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Wandern auf den Spuren von Joachim von Fiore

Joachim von Fiore gilt als ein großer Theologe und Ordensgründer des Mittelalters. Nun gibt es Initiativen in Kalabrien, durch Wanderwege die Lebens- und Wirk-Orte des Joachim von Fiore zu erschließen.

 


2. Wandern von Soveria Mannelli bis Castagna - S. Maria di Corazzo - Carlopoli

Anfahrt:
Man kann mit dem Zug der Ferrovie della Calabria von Catanzaro nach Soveria Manelli fahren.
Verlauf:
Der Weg beginnt am Bahnhof in Soveria Mannelli, einem der Hauptorte an der Bahnlinie Cosenza - Catanzaro. Hier folgt man der außer Betrieb gestellten Eisenbahntrasse Richtung Nordosten. Nach zweieinhalb Stunden erreicht man die Abbazia S. Maria di Corazzo, die Joachim von Fiore gegründet hat. Dazu verlässt man die stillgelegte Bahnlinie vor dem dritten Tunnel in südöstlicher Richtung.
Übernachtung:
In Castagna gibt es eine Übernachtungsmöglichkeit.
In Carlopoli gibt es eine Jugendherberge. Von hier lässt sich über die Sila-Hochebende weiterwandern.

3. Wandern von S. Maria di Corazzo /Carlopoli über Tirivolo nach San Giovanni in Fiore

Von Cagno /Castagna  nach San Giovanni in Fiore
In Cagno lässt sich übernachten.
Von Cagno geht es nach Ceraso, weiter nach Jure Vetere (Ruinen des von Joachim gegründeten Florenserklosters). Zu Fuß nach San Giovanni in Fiore, Abteikirche Abbazia Florense.
Entfernungen: S. Maria di Corazzo - Tirivolo 26,65 km, Tirivolo - San Giovani in Fiore 28,5 km

Variante: Von S. Maria di Corazzo/Carlopoli nach San Giovanni in Fiore über Lorica

4. Wandern auf den Spuren von Joachim von Fiore im Reventino

Nocera Marina - Savuto (alte via Popilia)- Ponte del Soldato zwischen Martirano und Martirano Lombardo - Conflenti - Decollatura

Verlauf: Ausgehend vom alten Martirano steigt man aufwärts Richtung Conflenti mit der Basilica Maria Santissima delle Grazie della Quercia di Visora. Im Zentrum von Conflenti geht es aufwärts nach Quercuola, wo am 7. Juni 1578 die Madonna zum ersten Mal erschienen sein soll. Beim Weitergehen kommt man auf den Monte Reventino. Man wandert weiter durch Marignano, kommt durch die Gemeinde Motta Santa Lucia und erreicht dann Adami in der Gemeinde Decollatura.  In Adami endet der Weg bei Cerrisi di Decollatura und stößt dort auf den Wanderweg, der von Lamezia Terme herkommt. Auf ihm kann man nach Carlopoli und zur Abbazia di Corazzo weiterwandern.

Länge und Zeitdauer: Insgesamt umfasst diese Wanderung 45 km. Für die Wanderung wird eine Dauer von 2 Tagen vorgeschlagen. Am ersten Tag bis Conflenti, am zweiten Tag überwiegend entlang der alten Bahnlinie. Betreut wird der Weg von Conflenti Trekking und Progetto Gedeone.

5. Wandern von Celico nach San Giovanni in Fiore

Im Juli 2016 wurde von einigen Initiativen mit Unterstützung durch die Region und dem Zentrum für Joachim-Studien in S. Giovanni in Fiore folgende 4tägige Route durchgeführt, die einen stärkeren Akzent auf Orte im oberen Crati-Tal südöstlich von Cosenza legt.

Tag 1 Celico (Geburtshaus von Joachim von Fiore, an der Bahnlinie Cosenza-Spezzano/Sila -Camigliatello) – Pedace (an der Bahnlinie Cosenza - Rogliano)  - Canale di Pietrafitta – Convento S. Francesco di  Pedace   15 km – Höhenunterschied 250 Meter

Tag 2 Località/Ortschaft Craticello di Aprigliano - Monte Cristo – Romitorio Ceci –  frazione/Ortsteil Quaresima di Aprigliano, 11 km – Höhenunterschied 380 Meter   (Zur Gemeinde Aprigliano gehört die Kirche San Martino di Giove/in Canale. wo Joachim starb)

Tag 3 Frazione/Ortsteil Pino Collito di Aprigliano – Torre Scardo – Località/Ortschaft Nocelle – Case dei Rossi, 13 km  

Tag 4 Località/Ortschaft Ceraso – Jure Vetere -  Abbazia/Abtei Florense/San Giovanni in Fiore,  11 km   Höhenunterschied 200 Meter 


1. Wandern in der Umgebung von Cosenza

a) Sentiero del Cannavino/ Weg des Cannavino

Der Sentiero del Cannavino führt von Cosenza herauf in die Sila, entlang dem kleinen Flüsschen Cannavino. Nach rund 8 km gelangt man auf diesem Weg nach Celico, dem Geburtsort von Joachim von Fiore. Joachim von Fiore ist vor allem in seiner Kindheit und Jugend diesen Weg sicher zahllose Male gegangen. (Kartenskizze des Weges und it. Urtext)

Der alte Weg, der herauf nach Celico führt, beginnt in Cosenza nahe dem Quartier Guarassano, überquert dann den Cannavino und klettert dann acht Kilometer lang hinauf bis Juvinise oder Torre Iuvinise bei Celico, oberhalb der Stelle, wo der Cannavino sich mit einem Bach von Macchia her vereinigt. An diesem Punkt teilt sich der Weg in zwei Richtungen: Zum einen führt er nach Spezzano Sila, Macchia di Spezzano Piccolo sowie nach Casole Bruzio, zum anderen führt er nach Celico und von dort aus in die Sila.

Der Weg war schon in griechisch-römisch-antiker Zeit begangen, das lässt sich an einigen gepflasterten Abschnitten festmachen, und vor allem an der antiken Brücke Ponte di Orlando, die aus römischer Zeit stammt.

Am alten Weg entlang waren mit Sicherheit einige Türme verteilt, die als Raststationen dienten, die aber auch als Orientierungspunkte und zur Weiterleitung von Nachrichten dienten, ein System, das die Griechen perfekt beherrschten. Von Turm zu Turm wurden per Feuersignal verschlüsselte Nachrichten übermittelt. Auf diese Weise konnte von Cosenza aus der Zugang zur Sila kontrolliert werden.

Der Weg erscheint in den alten Joachim-Biografien. In seiner Vita ist – nach seiner Rückkehr aus dem Heiligen Land – ausdrücklich von Guarassano die Rede, dem Quartier östlich von Cosenza, in dem er ankommt, und es wird berichtet, dass an diesem Weg, in einem Obstgarten nicht weit von Celico, vielleicht in den heutigen Pianette di Rovito, Joachim sich mit dem Vater getroffen habe. Bis zur Hälfte des 19. Jahrhunderts war dieser Weg die einzige Möglichkeit der Kommunikation zwischen Cosenza und den Casali von Rovito, Celico, Spezzano Sila und Spezzano Piccolo. Der erste Trakt der Staatsstraße 107, der von Cosenza nach Pianette di Rovito führt, wurde 1845 eingeweiht; und schon 1865 wurden die Arbeiten weitergeführt bis nach Spezzano della Sila.

b) Von Borgo Partenope nach Canale Pietrafitta

Anfahrt: Von Cosenza her folgt man der Strada Provinciale 219 und gelangt dabei nach Borgo Partenope, dem antiken Torziano.
Von hier führt der Weg über 7,2 km nach Pietrafitta, das südöstlich an der Strada Provinciale 217 liegt. Die erste Hälfte des Weges, von Borgo bis zur Kreuzung mit der Straße Pedace - Pietrafitta ist leicht zu finden. Der zweite Teil allerdings verläuft auf steilen Fahrwegen. Wer ihn gehen möchte findet hier Koordinaten für die Orientierung.

Verlauf:
Der Weg beginnt am zentralen Platz von Borgo Partenope. Hier stand die alte St.- Nikolaus-Kirche, die möglicherweise zu den Besitztümern Joachims gehörte, die sich entlang dem Weg von Cosenza in die Sila aneinanderreihten.

Von der Piazza aus nimmt man die die Straße, die zwischen die beiden Reihen von Gebäuden eindringt und beginnt aufwärts zu gehen. Man kann sich kaum verlaufen. Hat man die Piazza namens Pietro Negroni überquert, lässt man auf der rechten Seite ein Plätzchen mit einem öffentloichen Brunnen und dann die "silica", die Treppe die in den oberen Teil des Ortes führt.

Man geht weiter auf der nun ebenen Straße  und entfernt sich allmählich vom bewohnten Gebiet und gelangt durch die Felder entlang des Hügels.

Auf diesem Abschnitt begegnet dem Wanderer die Kirche S. Maria, am Friedhof gelegen, und wenig später eine kleine Kapelle. Ist man auf dem Hügel angelangt bietet sich ein breites Panorama auf Sila und Pollino.

Von hier kann man praktisch alle Dörfer der cosentinischen Präsila ausmachen,  und nach Süden schauend lässt sich Pietrafitta auf der Höhe erkennen, das Ziel des Weges: Die Kirche S. Martino di Canale, bekannt auch als S. Martino di Giove, ins Grün gebettet.

Geht man nun 2 km weiter, kommt man an eine Kreuzung des Fahrwegs von Borgo und der Provinzstraße Pedace - Pietrafitta. Man wendet sich nach rechts und läuft für einen kurzen Moment, ca 20 m, auf der Asphaltstraße., die zum Berg hin ansteigt. Der Anstieg ist etwas steil, aber man wird an einigen Punkten mit einer herrlichen Aussicht auf das umliegende Tal belohnt. Geht man die Straße entlang, muss man auf zwei Kreuzungen achten. Während des Anstiegs kommt man tatsächlich an eine Stelle, wo sich die Straße gabelt, geradeaus geht es weiter aufwärts, rechts dagegen erweist sich die Straße durch ein Gitter blockiert, und diese rechte Straße muss man nehmen. Hat man das Gatter überwunden, geht die Straße normal weiter und und erstreckt sich bis zu einer weiteren Kreuzung  Richtung Berg bis zu einer weiteren Kreuzung. Auch in diesem Fall nimmt man die rechte Straße, die erlaubt den Weg abzukürzen.

Geht man weiter, kommt man an eine Verbreiterung, und nun erscheint auf dem Berg voraus die Kirche S. Martino di Canale, inmitten der Natur und fern von aller Welt.

Nun verschlechtert sich der Weg für einen kleinen aufsteigenden Abschnitt, aber wenn man dies überwunden hat, nimmt man wieder den normalen Weg und kommt bald ans Ziel. Ein ganz beeindruckender Ort, von schöner Landschaft eingesäumt, mit der unlängst renovierten mittelalterlichen Kirche S. Martino An diesem Ort fand Joachim von Fiore seine erste Grabstätte, während er auf die Renovierungsarbeiten und die Umgestaltung des Gebäudes in ein florensisches Kloster wartete.

(übersetzt aus: https://esplorazionicosentine.wordpress.com/2017/04/30/il-cammino-di-gioacchino-borgo-canale/)

 


 

 

 

 

 

 

Überblick über einen möglichen Verlauf des Cammino  Gioacchino di Fiore von Lamezia Terme bis San Giovanni in Fiore

(nicht enthalten sind Orte und Wege im Umkreis von Cosenza, z.B. Borgo Partenope nach Canale Pietrafitta, sowie Nocera Marina - Decollatura)

 

 

Die Initiatoren des Cammino Gioacchino da Fiore im Gebiet Carlopoli/ S. Maria del Corazzo

Projekt Gedeone entstand aus einer Initiative, die beitragen sollte, Menschen mit psychischen Problemen ins öffentliche Leben einzubinden. In Carlopoli und Decollatura bzw. bei der Abtei Corazzo sowie am Sitz der CSM des Reventino verbinden sich das Zentrum für mentale Gesundheit des Reventino, die Gemeinde Carlopoli sowie die Vereine "San Pietro e Paolo" und "New day", ein bäuerlicher Betrieb, um innovative Wanderwege zu erschließen, dabei treffen sich therapeutische Landwirtschaft, sozialer Tourismus und die Wertschätzung natürlicher Güter auf einem 8 Hektar großen Grundstück, das von der Gemeinde Carlopoli innerhalb der Abtei von Corazzo zur Verfügung gestellt wurde. Ziel ist, die Inklusion von Personen mit psychischen Einschränkungen oder in sozialen und wirtschaftlichen Notlagen verschiedener Art zu ermöglichen.

Dabei arbeiten ganz unterschiedliche Institutionen zusammen. Teil des Projekts ist, auch Schulkindern Tätigkeiten im Rahmen von "scuola - lavoro" zu ermöglichen und dabei Erfahrungen im Zusammenleben mit Menschen mit Behinderung zu machen.

Conflenti Trekking, eigentlich eine sportliche Vereinigung, hat sich zum Ziel gesetzt, die ursprüngliche Landschaft des Reventino durch Wanderwege zu erschließen.

Ziel der Initiatoren ist, alle Orte, die mit dem Leben des Joachim von Fiore verbunden sind, einzubeziehen. Das sind Celico, Cosenza, Valle del Crati, Guarassano, Sambucina, Rende, Surdo, Monte Gimmella, Pietrafitta, Jure Vetere und schließlich San Giovanni in Fiore. Eine Zusammenarbeit mit der Leitung des Sila-Nationalparks ist vorgesehen sowie eine Einbeziehung der B&B entlang der Route.