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Umbriatico
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Im August 2011 hatte ich die Absicht, von Bocchigliero über Campana nach Umbriatico zu wandern. Mit Hilfe der Satellitenkarten, die auf den Webseiten von Bocchigliero und Campana zu finden sind, war ich gut vorbereitet.
In Bocchigliero ging ich um 5 Uhr morgens los, hinunter in das Tal des Laurenzana. Um 11 Uhr war ich bei den ersten Häusern und Gärten von Campana angelangt. Die Fortsetzung des Weges von Campana nach Umbriatico war aber bei dieser Hitze nicht vorstellbar. Also fuhr ich mit dem Beauftragten der Provinz Cosenza für die Provinzstraßen der Gegend frühmorgens nach Cariati, nach einem Tag dort mit Besuchen bei Freunden ging es dann mit dem Zug nach Crotone. Dort wollte ich den neu eröffneten Busbahnhof sehen.
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Ein klimatisierter Marmorpalast empfängt mich, ca 400 m vom Bahnhof entfernt, auf der linken Seite, nachdem ich eine Brücke überquert habe. Die Firma Romano, Platzhirsch in Crotone, lässt nun alle ihre Busse ins Crotonese und Marchesato, aber auch in einige Orte der Sila Greca von hier abfahren und ankommen. In der Wartehalle gibt es ein Schnellrestaurant von guter Qualität. Leider fahren bisher nur Romano-Busse hier ab; es wäre zu wünschen, dass alle Busse hier verkehren, die Crotone anfahren.
Nun fahre ich mit dem Bus zurück bis Cirò Marina, von wo am frühen Nachmittag der Bus nach Umbriatico und Pallagorio abfährt. Haltestellen sind der große Kreisverkehr gleich bei der Abfahrt von der SS 106, rund 300 m vom Bahnhof Cirò Marina entfernt, oder von der Piazza Kennedy in der Innenstadt von Cirò Marina.
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In der Einsamkeit angekommen: Umbriatico gehört zu den noch wirklich vergessenen und einsamen Gegenden Kalabriens.
Dabei war Umbriatico jahrhundertelang Bischofsstadt und besitzt deshalb eine bemerkenswerte Kathedrale. |
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Nach dern letzten Abzweigungen führt die Busfahrt nach Umbriaico in große Einsamkeit. Kaum vorstellbar, dass hier Ortschaften sind, viele Male windet sich die Straße um einzelne Bergkuppen, bis schließlich beeindruckend Der Ort Umbriatico unten sichtbar wird. Die Einfahrt in den Ort erfolgt über die für den Ort lebenswichtige Brücke, die so charakteristisch ist. Auf der Piazza, vor der Bar "Club San Donato", ist Caterina gespannt, wer sich da angekündigt hat. Das Quartier ist ein Haus, das den Jugendlichen einer der beiden Freiwilligenorganisationen im Ort von der Gemeinde als Treffpunkt zur Verfügung gestellt wurde.
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"Auf einer sanft abfallenden Anhöhe, die sich zwischen gähnenden Abgründen erhebt, liegt Umbriatico, Erbe der groß-griechischen Stadt Bristacia (700 vor Chr.) und der Bischofsstadt von Paternum. (431). Um Umbriatico zu erreichen folgt man der Provinzstraße, die Cirò mit Torre Passo verbindet." |
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Mit dem Bau der S traße von Cirò nach Umbriatico wurde 1914 begonnen; vollendet wurde sie 1925 mit Gesamtkosten von rund 24 Millionen (Euro?).
Ein Werk, das nicht nur den Bewohnern von Umbriatico, sondern auch denen der umliegenden Dörfer Arbeit und Brot brachte. Bis zu rund 800 Arbeiter waren Bau beschäftigt.
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(Aus www.crotoneturismo.it)
Statistisches
Umbriatico gehört zur Provinz Crotone und liegt 63 Km von der Provinzhauptstadt Crotone entfernt. 2010 zählt Umbriatico rund 973 Einwohner (Umbriaticesi) auf einer Fläche von 72,6 km2, das bedeutet eine Bevölkerungsdichte von 13,40 Einwohner pro Km, die geringste von allen Orten weit und breit. Von 1991 bis 2001 hat sich die Bevölkerung von 1302 auf 973 verringert, also um ein Viertel. Die Einwohner verteilen sich auf 336 Familien. Der Ort liegt auf 422 m HüdM. Er umfasst Höhen ü.d.M. von 60 bis709 m. Haupterwerbszweig ist die Landwirtschaft, vor allem Viehzucht (1700 Rinder), Getreide und Öl.
Umbriatico in Geschichte und Gegenwart
Umbriatico ist ein kleines Zentrum des krotonesischen Hinterlands und hat antike Wurzeln, insbesondere bei den Enotriern. Sein Name hat immer wieder gewechselt und hat sich aus Bristacia zu Euria bei den Griechen und zu Ebriatico bei den Römern herausgebildet. Auf einem Felsausläufer hingebettet, auf den östlichen Ausläufern des Sila-Vorgebirges ist es von furchterregenden Felsvorsprüngen umgeben.
Wie eine mittelalterliche Burg, die sich an einen Felssporn klammert, so erhebt sich Umbriatico, sicherer Zufluchtsort für alle, die früher einmal auf der Flucht vor Invasoren und Briganten waren.
Dieser Ort, eine wirkliche Felsenfestung, ist mit der Umgebung verbunden durch einen beeindruckenden Viadukt, der zum geschichtlich bedeutsamen Berg Tigano führt, wo verschiedene Ruinenreste an die Mauern erinnern, die von Hannibal Barkas und von den Bruziern wohl im Zusammenhang mit dem Zweiten Punischen Krieg errichtet wurden (215 v.Chr.). Umbriatico, Erbin der groß-griechischen Stadt Bristacia (700 v. Chr.) und der Bischofsstadt Paternum (431) wurde die natürliche Festung der Bruzier, die sich an die Seite Hannibals gegen die blutdürstigen Römer stellten.
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Die Pforten
Zwei Tore dienten früher einmal als Wachtürme und Zollstationen. Ihre Errichtung dürfte auf das 16. – 17. Jahrhundert zurückgehen. Es existierten bereits zwei befestigte Tore. Eine der beiden liegt nahe dem Rione Castello, die andere auf der gegenüberliegenden Seite. „Während der Zeit des Brigantentums, auf den Türmen der Torfestungen und bei den Seilwinden (scannellature??) über den Abstürzen zogen Wachen auf. Alle halbe Stunde ertönte vom Turm des befestigten Tors im Rione Castello, auf Befehl des Hauptmanns des Wachkorps der Ruf: „Wachen aufgepasst!“. Und von den verschiedenen Wachposten um das Dorf herum hörte man einen nach dem anderen mit der Antwort „Ich habe acht!“, bis dieser Ruf –wieder beim Hauptmann anlangte, nachdem er um die ganze Befestigung herumgegangen war. Wenn der Ruf nicht den ganzen Kreis durcheilte, war das ein Signal, dass irgendwo eine Wache eingeschlafen war oder sich aus anderen Gründen entfernt hatte, und man sandte einen Trupp los, um die Wachposten zu inspizieren. Mit diesem Ruf wollte man die Angreifer auf Distanz halten. Der Zugang von Süden her (Porta Canalicchio oder Porta Fortino) wurde in den 80erJahren des 20. Jahrhunderts restauriert. Von der anderen Pforte (Castello) blieben nur die Ruinen (eine befestigte Mauer im Zusammenhang mit der Errichtung der neuen Brücke am Ortseingang.).
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"Auf einem östlichen Ausläufer der Sila Grande am Rand einer bis zu 40 Meter tiefen Schlucht gelegen, leben hier die wenigen Alten, die sich tagaus tagein vor der Bar an der (ehemaligen) Kathedrale treffen, in der ständigen Sorge, dass die verwegen hohe Brücke, die einzige Verbindung über die Schlucht zur 'Außenwelt' beim nächsten Erdbeben einstürzen könnte."
(Ekkehart Rotter, DUMONT-Kunstführer Kalabrien-Basilikata S. 211)
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Die Bruzier waren entrüstet über die Anmaßungen der Römer, die in dieses traditionelle Gebiet einfielen, um bei ihren Beutezügen junge Männer fortzuschleppen, die dann zum Dienst auf den römischen Galeeren gezwungen wurden. Sie verbündeten sich mit Hannibal, und Bristacia, die natürliche Bastion, wurde zu ihrer Festung gegen Rom. Im Jahr 213 vor. Chr. nahmen die Bruzier den Römern Crotone fort, unterstützt wurden sie dabei vom karthagischen General Annon, und so öffnete Hannibal die Pforten zum Meer Richtung Karthago. Zur gleichen Zeit marschierte ein römisches Heer unter Führung von Lucius Pomponius auf Bristacia zu, wurde aber von der Besatzung in die Flucht geschlagen.
Von Bristacia aus brach Hannibal im Jahr 206 mit 3000 Reitern und 2000 Leichtbewaffneten auf, um den Soldaten des Claudius Flaminius das Leben schwer zu machen, der mit zwei Legionen von Taranto herunterkam, um die Truppen zu verstärken, die den wichtigen Hafen Locri belagerten. Bei Marina di Strongoli kam es am Fluss Neto zur Schlacht, bei der die Römer 2000 Gefallene und 1500 Gefangene zu beklagen hatten.
Von Bristacia brach Hannibal im Sommer 205 auf, um dem vom Prätor Flaminius belagerten Hamilkar Barkas in Locri zur Hilfe zu eilen.
Nach dem Fall Locris kehrte Hannibal hierhin zurück, und von hier brach er im Jahr 204 gegen die Truppen des Sempronius auf und drängte sie zurück auf das Gebiet zwischen Bristacia und Crotone.
Im Jahr 204 blieb Hannibal nichts übrig als das eingeschränkte Gebiet im Hinterland von Crotone.
Nach der Anweisung, Thurium zu zerstören, blieb Hannibal in der Festung von Bristacia in der Erwartung von Verstärkung.
Als Hannibal dann eines Tages unter Lebensgefahr nach Karthago aufgebrochen war, ständig bedroht von den Römern, fielen diese über Bristacia her, rissen die Mauern der Festung nieder, trieben Große und Kleine zusammen ohne Unterschied des Geschlechts, massakrierten sie auf der den Mauern der Festung vorgelagerten Ebene und überließen die Häupter der Getöteten den Geiern. Die Reste wurden nach und nach in Massengräbern verscharrt, die unlängst wieder entdeckt wurden beim Bau der Provinzstraße SP 85 von Perticaro nach Umbriatico. Die Reste der Festung sind erkennbar von der Provinzstr. SP 6 an den Abhängen des Monte Tigano.
wurde eine Kirche errichtet auf der Grundfläche eines heidnischen Tempels, und zwar vom ersten Bischof von Paternum (436), von dem man den Namen nicht kennt. (das und auch das folegnde stimmt nach neuesten Forschungen wohl nicht mehr siehe E. Rotter) Verwendet wurden Säulen und anderes Material aus der nahen Umgebung.
Zur Zeit des Bischofs Theodoret, Bürger von Paternum, wurde die Kathedrale in Form eines lateinischen Kreuzes errichtet, angelehnt an die erste Kirche, dem ex-Tempel, und diese wurde umgewandelt in eine Krypta, über der nun das transetto liegt.
Den Beweis dafür liefert ein aufgefundener Stein, eingemauert über einem der Bögen über einer Wand der Kathedrale, auf dem in altgriechischer Schrift steht: "Tempel erbaut von Bischof Theodor", heute in der wiederhergestellten Kirche zu sehen.
Von der Aussichtsseite der Piazza an der Außenwand der Kathedrale her, auf dem Niveau des ersten Erdgeschosses auf dem die Ex-Kathedrale gelegen war, wurde ein großes Wasserreservoir angelegt als Vorratsbecken in Zeiten der Invasion (vor allem der sarazenischen, die sich in Wellen bis hin zur gesamten Besetzung von Süditalien ereignete). In diesem Becken wurden später die exhumierten Knochen der Verstorbenen aus den Gräbern in der Kirche. Später, auf napoleonische Anweisung, wurden die Behälter mit Erde aufgefüllt und wurden zum Friedhof. Als man die neue Fahrstraße errichtet, zerstörte man den Behälter, und es blieb nur noch ein Rest entlang der Außenwand der Kirche übrig.
Im 11. und 12. Jahrhundert wurden zwei Seitenschiffe angefügt und die Kirche zum lateinischen Kreuz ausgebaut.
Im Jahr 1610 wurde die Kathedrale restauriert durch Bischof Sammarco. Nach und nach ließ Bischof Loierio seitlich der Apsis zwei Baukörper errichten, um darüber zwei Kapellen zu gewinnen, seitlich des Hochaltars, sowie zwei Gräber, unter der Ebene der Krypta/Ex-Tempel, eines für den Bischof bestimmt und eines für die Priester.
Andere Renovierungen wurden vorgenommen durch den Bischof von Umbriatico und Cariati, Mons. Golia (1839-1873).
Die jüngsten Restaurierungsarbeiten, nach 1950 vorgenommen, sollten vor allem die alten Kunstwerke wieder zur Geltung bringen, die Kirche wurde dabei aber von vielen schmückenden Kunstwerken entkleidet, was wohl nicht allgemein akzeptiert war.
Carlo Buzzoni schreibt in „Calabria Normanna – Saggi di storia della architettura“
Im Zusammenhang mit der Restaurierung wurde der Hochaltar mit polychromem Marmor (1739), im Verzeichnis der Monumentalbauwerke von Martelli erwähnt,
in seine Glieder zerlegt, aber nicht wieder zusammengesetzt.
419 Jahre nach dem Verschwinden der Diözese Paternum, gab es 1099 den ersten Bischof von Umbriatico namens Rainaldo, und bis 1818 folgten ihm insgesamt 65 Bischöfe, inklusiv zwei Kardinäle: Piccolomini und Fieschi, der letztere ein Verwandter der gleichnamigen Heiligen Caterina von Genua.
Im Verzeichnis der Bischöfe, erstellt im Zusammenhang der von Bischof Loierio einberufenen Diözesansynode in Umbriatico gibt es einige Lücken, weshalb man annimmt, dass die Anzahl der Bischöfe höher war, auch weil die Bischöfe aus der Zeit nach der sarazenischen Besetzung bis zum ersten Bischof von Umbriatico nicht mitgezählt wurden.
Zur Diözese von Umbriatico gehörten Cirò, Crucoli, Melissa, Carfizzi, Sa. Nicola dell’Alto und Zinga.
Von den Bischöfen der Diözese stammen einige aus Umbriatico, außer Theodoret und Abundanzio noch Rainaldo, Gervasio, Roberto, Pellegrino, und Michele Perista. Außerdem tauchen auf: Bernardo Piccolo Bischof von Strongoli e Guglielmo Giuranna, Bischof von Cerenzia, so erinnert. Giov. Maria Tria, nicht zuletzt erwähnt im " Calandario d'Oro dell'Araldica Italiana" (1900) – insgesamt neun also.
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San Donato
Im Jahr 885 n. Chr. wurden im Zusammenhang mit der byzantinischen Okkupation von Kalabrien unter Niceforo Foca die Sarazenen aus Umbriatico vertrieben, wo sie seit geraumer Zeit wohnten und einen militärischen Stützpunkt unterhielten. Ähnliches geschah in vielen anderen Städten Kalabriens, und dabei wurde in der Regel in den byzantinischen Kirchen die Verehrung der ostkirchlich-orientalischen Heiligen gefördert.
Umbriatico hatte als erste Patronin di S. Maria Assunta (Maria, die in den Himmel augenommen wurde) und als Co-Patron den heiligen Donatus, Bischof von Euria und besonderen Wundertäter, auch weil ein großer Teil der Soldaten des Niceforo Epiroti (Albaner) waren, und weil eine Gruppe von Soldaten mit ihren Familien die Aufgabe hatten, das alte Bistacia wieder mit leben zu füllen.
Wie bei den Albanern üblich, wollte man nun der neuen Christenstadt einen neuen christlichen Namen geben, und so nannten sie den Ort Shen DONATI nga Euria, oder einfach „Euria“ bzw. „aus Euria“, daraus wurde dann „Euriaton“ oder „Euriatensis“ oder Evriatensis“, und daraus wurde dann der jetzige Name Umbriatico.
Sein Leben ähnelt, was die Wunder betrifft, die Bischofsüwrde und die Epoche, in der er lebte, dem Leben des heiligen Donatus von Arezzo, Bischof und Martyrer, die vita willentlich wohl vermischt durch die lateinisch-normannischen Bischöfe von Umbriatico, um mit aller Ktaft die lateinische Ausrichtung der Stadt und der gleichnamigen Diözese voranzutreiben. (die ostkirchliche Liturgie in Umbriatico dauerte immerhin bis ca 1600).
Viele Wunder werden erzählt von St. Donatus Bischof von Euria und Wundertäter:
Mit dem Zeichen des Kreuzes soll er ein monströses Tier erschlagen haben, welches das Vieh der Bauern mordete.
Eines Tages, als Donatus nach einer langen Reise durch trockene Gebiete einen unmäßigen Durst hatte, ließ er eine reich strömende Wasserader Aus der Erde hervortreten allein dadurch, dass er betete und mit der bloßen Hand die Erde aufgrub, und das nahe dem Ort, wo später ihm zu Ehren eine Kirche errichtet wurde.
Sein Fest ist am 30. April, wird aber bei den sinassari greci auch für den August erwähnt.
S. Donatus von Euria starb um 387 n.Chr. und wurde Patron von Epirus in Albanien. Kaiser Justinian widmete ihm seine Festungen. Man sagt, dass seine Reliquien im Konvent Unserer lieben Frau auf der Insel Murano bei Venedig ruhen sollen (Biblioteca Sanctorum).
Seine wirkmächtige Fürsprache, zusammen mit der heiligen „Vergine Assunta“ möge weiterhin schützend wirken und den Glauben seiner Kinder im neuen Euria bzw. Umbriatico reifen lassen, die im Wiederentdecken ihres großen Patrons und ihrer weit in der Antike liegenden Ursprünge sich immer mehr untereinander und mit allen Völkern geschwisterlich verbinden mögen.
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Der heilige Donatus
Im Jahr 885 n. Chr. wurden im Zusammenhang mit der byzantinischen Okkupation von Kalabrien unter Niceforo Foca die Sarazenen aus Umbriatico vertrieben, wo sie seit geraumer Zeit wohnten und einen militärischen Stützpunkt unterhielten. Ähnliches geschah in vielen anderen Städten Kalabriens, und dabei wurde in der Regel in den byzantinischen Kirchen die Verehrung der ostkirchlich-orientalischen Heiligen gefördert.
Umbriatico hatte als erste Patronin di S. Maria Assunta (Maria, die in den Himmel augenommen wurde) und als Co-Patron den heiligen Donatus, Bischof von Euria und besonderen Wundertäter, auch weil ein großer Teil der Soldaten des Niceforo Epiroti (Albaner) waren, und weil eine Gruppe von Soldaten mit ihren Familien die Aufgabe hatten, das alte Bistacia wieder mit leben zu füllen.
Wie bei den Albanern üblich, wollte man nun der neuen Christenstadt einen neuen christlichen Namen geben, und so nannten sie den Ort 'Shen DONATI nga Euria', oder einfach „Euria“ bzw. „aus Euria“, daraus wurde dann „Euriaton“ oder „Euriatensis“ oder Evriatensis“, und schließlich hieß der Ort Umbriatico.
Das Leben des heiligen Donatus ähnelt, was die Wunder betrifft, die Bischofswürde und die Epoche, in der er lebte, dem Leben des heiligen Donatus von Arezzo, Bischof und Martyrer. Die Vita von beiden wurde wohl willentlich vermischt durch die lateinisch-normannischen Bischöfe von Umbriatico, um mit aller Kraft die lateinische Ausrichtung der Stadt und der gleichnamigen Diözese voranzutreiben. (die ostkirchliche Liturgie in Umbriatico dauerte immerhin bis ca 1600).
Viele Wunder werden erzählt vom heiligen Donatus, Bischof von Euria und Wundertäter:
Mit dem Zeichen des Kreuzes soll er ein monströses Tier erschlagen haben, welches das Vieh der Bauern mordete.
Eines Tages, als Donatus nach einer langen Reise durch trockene Gebiete einen unmäßigen Durst hatte, ließ er eine reich strömende Wasserader aus der Erde hervortreten allein dadurch, dass er betete und mit der bloßen Hand die Erde aufgrub, und das nahe dem Ort, wo später ihm zu Ehren eine Kirche errichtet wurde.
Sein Fest ist am 30. April, wird aber bei den sinassari greci auch für den August erwähnt.
S. Donatus von Euria starb um 387 n.Chr. und wurde Patron von Epirus in Albanien. Kaiser Justinian widmete ihm seine Festungen. Man sagt, dass seine Reliquien im Konvent Unserer lieben Frau auf der Insel Murano bei Venedig ruhen sollen (Biblioteca Sanctorum).
"Seine wirkmächtige Fürsprache, zusammen mit der heiligen „Vergine Assunta“ möge weiterhin schützend wirken und den Glauben seiner Kinder im neuen Euria bzw. Umbriatico reifen lassen, die im Wiederentdecken ihres großen Patrons und ihrer weit in der Antike liegenden Ursprünge sich immer mehr untereinander und mit allen Völkern geschwisterlich verbinden mögen."
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Umbriatico - Bristacia
Hannibals Basis im Zweiten Punischen Krieg
Das Gebiet von Umbriatico ist schon seit der vorgriechischen Zeit bekannt. Es handelt sich um „Chonia“, eine Ortsbezeichnung, die heute nur noch die an archäologischen Funden reiche Zone „La Cona“ benennt, und Gebiete der heutigen Gemeinden Umbriatico, Pallagorio, Verzino und Savelli einschließt.
Um 700 v. Chr. gründeten dann griechische Kolonisten aus Crotone den Ort Bristacia.
Nordöstlich des heutigen Umbriatico befindet sich ein ganz enger Felsabschnitt, auf dem ein großer Viadukt mit 9 Pfeilern errichtet wurde, der Umbriatico mit den Hängen des geschichtsträchtigen Monte Tigano verbindet, wo sich verschiedene Monumente befinden, die gemeinsam von Hannibal Barkas und den Bruziern im Zusammenhang mit dem Zweiten Punischen Krieg errichtet wurden (215 vor Chr.). Diese Ruinen (Mauern des befestigten Verteidigungsrings), beginnen am Rand eines Abgrunds und folgen dann dem Verlauf des Bergrückens bis auf den Gipfel, wo noch ein Becken zum Sammeln des Regenwassers zu sehen ist. Früher gab es eine Fortsetzung auf dem gegenüberliegenden Hang bis zum Grund des Flüsschens Bono, das sich zwischen den Felsabstürzen hindurch windet.
Die Bruzier waren entrüstet über die Anmaßungen der Römer, die in dieses traditionelle Gebiet einfielen, um bei ihren Beutezügen junge Männer fortzuschleppen, die dann zum Dienst auf den römischen Galeeren gezwungen wurden. Sie verbündeten sich mit Hannibal, und Bristacia, die natürliche Bastion, wurde zu ihrer Festung gegen Rom. Im Jahr 213 vor. Chr. nahmen die Bruzier den Römern Crotone fort, unterstützt wurden sie dabei vom karthagischen General Annon, und so öffnete Hannibal die Pforten zum Meer Richtung Karthago. Zur gleichen Zeit marschierte ein römisches Heer unter Führung von Lucius Pomponius auf Bristacia zu, wurde aber von der Besatzung in die Flucht geschlagen.
Von Bristacia aus brach Hannibal im Jahr 206 mit 3000 Reitern und 2000 Leichtbewaffneten auf, um den Soldaten des Claudius Flaminius das Leben schwer zu machen, der mit zwei Legionen von Taranto herunterkam, um die Truppen zu verstärken, die den wichtigen Hafen Locri belagerten. Bei Marina di Strongoli kam es am Fluss Neto zur Schlacht, bei der die Römer 2000 Gefallene und 1500 Gefangene zu beklagen hatten.
Von Bristacia brach Hannibal im Sommer 205 auf, um dem vom Prätor Flaminius belagerten Hamilkar Barkas in Locri zur Hilfe zu eilen.
Nach dem Fall Locris kehrte Hannibal hierhin zurück, und von hier brach er im Jahr 204 gegen die Truppen des Sempronius auf und drängte sie zurück auf das Gebiet zwischen Bristacia und Crotone.
Im Jahr 204 blieb Hannibal nichts übrig als das eingeschränkte Gebiet im Hinterland von Crotone.
Nach der Anweisung, Thurium zu zerstören, blieb Hannibal in der Festung von Bristacia in der Erwartung von Verstärkung.
Als Hannibal dann eines Tages unter Lebensgefahr nach Karthago aufgebrochen war, ständig bedroht von den Römern, fielen diese über Bristacia her, rissen die Mauern der Festung nieder, trieben Große und Kleine zusammen ohne Unterschied des Geschlechts, massakrierten sie auf der den Mauern der Festung vorgelagerten Ebene und überließen die Häupter der Getöteten den Geiern. Die Reste wurden nach und nach in Massengräbern verscharrt, die unlängst wieder entdeckt wurden beim Bau der Provinzstraße SP 85 von Perticaro nach Umbriatico. Die Reste der Festung sind erkennbar von der Provinzstr. SP 6 an den Abhängen des Monte Tigano.
Quelle:
http://www.comune.umbriatico.kr.it/index.php?
action=index&p=76
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http://www.comune.umbriatico.kr.it/index.php?
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