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Reiseführer über Kalabrien
in den letzten 50 Jahren

  500 Jahre Reiseliteratur und Reiseführer
über Kalabrien

 

Deutsche Reisende in Kalabrien in den vergangenen Jahrhunderten

 

Der italienische Germanist Teodoro Scamardi hat sich die Mühe gemacht, die in deutscher Sprache seit dem 16. Jahrhundert erschienenen Reiseberichte und Reisebeschreibungen über Kalabrien zu sichten.
Dabei zeigen sich Phasen und Tendenzen in der Darstellung Kalabriens aus Sicht der deutschsprachigen Reiseliteratur.

16. Jahrhundert:
Kalabrien, das Land auf der Durchreise


Im späten 16. Jahrhundert bzw. im Barock gibt es eine reichhaltige Reiseliteratur von deutschen Italien-Reisenden. Doch Kalabrien liegt allenfalls am Rande dieses Geschehens. Die Reisenden, meist unterwegs mit Kurs auf Malta, landen nur an den Küsten Kalabriens, um den Stürmen zu entgehen oder um fremdländischen Piraten zu entkommen
.

1783: Die Sensationsreisenden

Doch dieses Desinteresse ändert sich schlagartig:
Mit dem Erdbeben von 1783 zieht die Aufmerksamkeit für Kalabrien merklich an und bewirkt, dass zahlreiche Reisende aus Europa nach Kalabrien kommen, aus dem deutschen Sprachraum beispielsweise Friedrich Münter, Carl Salis von Marschlins, Friedrich Leopold Stolberg, Johann Heinrich Bartels.

Als unvoreingenommener Beobachter der Bräuche, Gewohnheiten und Verhaltensweisen sowie der kommunikativen Struktur eines von ihm besuchten Ortes bemüht sich Johann Heinrich Bartels, das fremde Andere in seiner Besonderheit und Autonomie zu verstehen und zu erfassen.

19. Jahrhundert:
Desinteresse, Hoffnung und Enttäuschung

Ende des 18. Jahrhunderts erfährt die Reise nach Kalabrien einen Einbruch: Die Aufmerksamkeit für die Region hervorgerufen durch das Erdbeben von 1783, lässt schnell nach und weicht einem andauernden Desinteresse.

In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts registriert man nur die Reise von Justus Tommasini, Geograf und Mathematiker aus Schwerin, der ein extrem realistisches Bild der Region zeichnet.

Teodoro Scamardi

Viaggiatori tedeschi
in Calabria


Dal Grand Tour
al turismo di massa


Verlag Rubbettino
www.rubbettino.it

(1998) 226 S. ISBN: 88-7284-659-5
€. 12,40

Mit großer Aufmerksamkeit gegenüber der sozio-politischen Wirklichkeit in Kalabrien registrieren die deutschen Reisenden der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts (Marie Espérance von Schwartz, Gerhard von Rath, Waldemar Kaden) einhellig, wie eine große Hoffnung zerbricht:
Nämlich dass die Einigung Italiens in kurzer Zeit die Probleme der Region zu einer Lösung führen könnte.

   


20. / 21. Jahrhundert:
Die große Reisewelle der Deutschen in den 50er-Jahren geht nicht bis Kalabrien

In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts profitiert der Süden Italiens von der Italien-Reisewelle der Deutschen kaum. Erst allmählich kommen Bekannte der "Gastarbeiter" zu Besuch in den Süden, später auch deren Kinder und Enkel.

Der Pauschaltourismus beginnt in den 90er-Jahren

Mit Frosch-Reisen in München als Vorreiter beginnt der Pauschaltourismus in Kalabrien, der sich bis heute vor allem auf Tropea und Capo Vaticano konzentriert.

Neue Zeiten - Kalabrien auf der Suche nach Identität

In den 90er-Jahren beginnt - angeregt von innen und außen - eine Entwicklung, die eine Wiederentdeckung der kulturell-geschichtlichen Identität Kalabriens bewirkt. Die EU fördert diese Entwicklung konzeptionell und finanziell und betreibt die systematische Förderung des Tourismus in Kalabrien als Weg aus der Armut.

Die Zahl der neu veröffentlichten Kalabrien-Reiseführer in deutscher Sprache steigt in den Jahren 2000 - 2009 sprunghaft an.

     

Thomas Raiser