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13. Chiesa San Michele

 

Die Pfarrkirche San Michele Arcangelo

Die Pfarrkirche von San Michele Arcangelo bzw. ihre Vorgängerkirche ist der Ort, an dem der Abt Joachim getauft wurde. Eine Inschrift auf der Fassade aus dem Jahr 1905 erklärt: Sacra haec aedes erat ante anno 1100 in quo floruit Abb. Joachim Patritius, magno terremoto concussa an 1905 restaurata Ap. Convincentius Granieri an. 1906. (Dieses heilige Bauwerk existierte vor dem Jahr 1100, in dem Abt Joachim erblühte, von einem schweren Erdbeben im Jahr 1905 beschädigt wurde es 1906 von Convincentius Granieri restauriert..)

Nach Gustavo Valente fand sich diese Inschrift auch im Chor: ‚D.O.M Tempium hoc longe ante decimum Nostrae Reparationis seculo celestis militie Principes erectum, in quo, regenerationis Sacramento abluti fuere Ioachim Abbas Florensis Sanctitate, Doctrina, et prophetia dono clarus.‘ Sie ist heute nicht mehr vorhanden; man kennt auch nicht die Datierung, aber wir wissen von Vincenzo Gervaise, dass im Chor, über der Orgel, die Gestalt des Joachim als Relief gestaltet war. Die Kirche ist dreischiffig mit dem Grundriss einer Basilika; das Presbyterium befindet sich unter einer Kuppel, die dort errichtet wurde, wo sich die antike Apsis befand. Diese letzte Veränderung wurde mit Sicherheit nach 1787 ausgeführt, dem Jahr in dem die Wandgemälde an den Seitenwänden entstanden. Der alte Glockenturm, der wohl nahe der Apsis stand, wurde dann im 17. Jahrhundert vor der Fassade errichtet.
An der Decke findet sich ein Gemälde von 1787 von Cristoforo Santanna; es stellt den Erzengel Michael dar, und auf dem Altar findet sich ein Bild, welches die himmlische Madonna mit dem Kind in der Glorie zeigt sowie die Heiligen Jakobus den Älteren und Johannes den Täufer, gemalt von Dirck Hendricks, genannt Teodoro D’Enrico il Fiammingo. Außerdem findet sich in der Kirche ein hölzernes Kruzifix, entstanden um das 15. Jahrhundert.

Zum Kirchenschatz gehört auch ein antiker Glaskelch aus geblasenem Glas und teils vergoldet, der seit jeher in der Kirche aufbewahrt wird, und weil er aus Glas ist, dachte man, dass er möglicherweise aus dem 2. oder 3. Jahrhundert nach Christus stammen könnte. Zusätzlich gibt es ein Dokument, das folgenden Inhalt hat: Calix iste vitreus – In hac decora Parochiali Celicensi Ecclesia – tanquam ipsius antiquitatis monumentum – servatur eius di grippe Calycibus in quarto jam – Nostre reparate salutis, seculo Romana Ecclesia tunc in libertate permanenti – in sacris faciendis – uti mos fuit.

Nach einer Analyse durch Giorgio Leone scheint es sich um einen Kelch aus der Zeit um die Mitte des 16. Jahrhunderts zu handeln. Besonders interessant scheint die Tatsache, dass die Analyse bestätigt, dass der Kelch „eine liturgische Bestimmung erhalten habe.“ Es handelt sich also um einen Kelch, der wirklich im liturgischen Gebrauch war.

Kelche aus Glas wurden zugelassen durch den Hl. Zeffirino oder Zefirino, Papst von 198 (oder auch 199) bis 217 n.Chr. Wir befinden uns in der vorkonstantinischen Periode. Zefirino unterstützte die christologische Tendenz des gemäßigten Monarchismus gegen die des Adoptionismus und des dynamischen Monarchismus.

Gläserne Kelche wurden dann von seinem Nachfolger Urban I. sofort wieder verboten. Wäre der Kelch also wirklich aus dieser Periode, dann handelte es sich um einen unschätzbaren historisch- künstlerischen Schatz. Wäre er aber aus einer späteren Periode oder aus dem 16. Jahrhundert, dann bliebe das Geheimnis eines gläsernen Kelchs, der genutzt und eifersüchtig gehütet wurde in einer Epoche, in der er nicht als Kelch zugelassen war.

Bibliografische Hinweise

  • Gustavo Valente, Chiese conventi confraternite e congreghe di Celico e Minnitu, Edizioni Frama Sud, Chiaravalle Centrale (CZ), 1979.
  • V. Gervaise, Histoire de l’abbè Joachim, surnommé le prophéte.. Paris, Giffart, 1745, traduzione V. Napolillo, Edizioni Orizzonti Meridionali, Cosenza, 1992,
  • Conferenza Episcopale Calabria, Pange lingua, l’Eucaristia in Calabria, Storia Devozione Arte, a cura di Giorgio Leone, Abramo Editore, Catanzaro, 2002, p. 590.
  • Francesco Scarpelli, Celico Città Celeste, Edizioni Pubblisfera, San Giovanni in Fiore (CS), 2008.

Bilder:

1: Die Kirche San Michele Arcangelo (Zeichnung)

2: Decke mit Fresken

3: Altarbild

4: Der gläserne Kelch