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Cirò / Cirò Marina

 

Die Gaglioppo-Traube
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Krimisa und Ypsikron
Cirò Marina:
endloser Lungomare, Strände, Punta Alice, Apollotempel und Sarazenenmarkt
Die Grotten von Cirò
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San Nicodemo Giuseppe Ferrari:
Cirò Marina wie es früher war

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Cirò Marina:
endloser Lungomare, Strände, Punta Alice, Apollotempel und Sarazenenmarkt


Der Ort blickt auf eine lange Vergangenheit zurück und wird als das griechische Krimisa identifiziert, das später Zrò und schließlich Cirò getauft wurde. Forscher haben Siedlungsformen von der Eisenzeit bis in die römische Zeit nachweisen können: so z.B. eine Nekropolis in Cozzo del Salterello / Cirò Superiore (8. Jh. v. Chr.) oder Bronze- und Keramikfunde (7./6. Jh. v. Chr.), die von der Anwesenheit der Griechen zeugen. (Ilona Witten,DUMONT-Reisetaschenbuch Kalabrien, Köln 2001, S. 136)

Zur Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln:
Der Bahnhof ist etwas versteckt, er lässt sich finden, wenn man die erste Straße oberhalb der Bahnschranke von unten her gesehen rechts geht. Der Bahnhof hat zwischenzeitlich eine schöne Unterführungsrampe. Es gibt für Busse zwei wichtige Haltepunkte: Der eine ist am Kreisverkehr bei der Abfahrt von der SS 106, ca 8 Minuten vom Bahnhof entfernt, unter der Brücke. Der andere ist die Piazza Kennedy in der Stadtmitte. Empfehlenswert: Unterhalb der Bahnschranke die Konditorei und Eisdiele L'Artigiana.

Wer heute nach Cirò Marina kommt, den erwarten Strände, die von italienischen wie ausländischen Gästen gleichermaßen geschätzt werden. Interessant ist die Punta Alice, der äußerste Punkt einer kleinen Halbinsel, die Stelle, an der die ionische Küste einen Knick macht und sich südlich nach Crotone hinwendet.

 

 

Fotos unten: Der Künstler Giuseppe Capoano reißt mit einem Illusionsgemälde die triste Hafenmauer von Cirò Marina auf (Fotos von G. Capoano und Il Cirotano)

 

Dieser markante Punkt wurde in der Antike von den Griechen ausgewählt, um einen weithin bedeutenden Apollo-Tempel Apollo Aleo zu errichten, von dem nur noch die Fundamente erhalten sind. Dieser Tempel beherbergte die "Pfeile des Herakles"
(die Legende dazu im Reisehandbuch Sila Greca - Sila Ionica).

Die Ruinen des Apollon-Tempels befinden sich abseits des antiken Krimisa, nördlich von Cirò Marina unterhalb der Punta Alice. Die Ausgrabungsstätte, Anfang des 20. Jahrhunderts von dem berühmten Archäologen Paolo Orsi freigelegt, weist neben der spätarchaischen Bauphase (Ende des 6. Jh. v. Chr.) eine zweite Bauphase aus dem 3. Jh. v. Chr. auf. In letzterer wurde ein steinerner Perystasis mit 8 x 9 Säulen angebaut. Aus dieser Zeit stammen auch die dorischen Kapitelle und Säulenfragmente, die im Museum von Crotone zu besichtigen sind. Im Nationalmuseum von Reggio Calabria sind die marmornen Füße und der Kopf eines Akrolithen (Gewandstatue) sowie eine Bronzestatuette des Apollon untergebracht. All diese Fundstücke stammen aus dem Templo di Apollo Aleo. (Ilona Witten,DUMONT-Reisetaschenbuch Kalabrien, Köln 2001, S. 136)

Die Auffindung der Ruinen des Apollo-Tempels wird spannend beschrieben von Carmine Abate in seinem Roman "Der Hügel des Windes". Die entsprechende Sage dazu, wie Philoktet die Pfeile des Herakles an die ionische Küste bringt, ist dort anschaulich erzählt.

Hier nun ein kleiner
Rundgang Apollo-Tempel - Punta Alice - Mercato Saraceno - Kirche Madonna di Mare

Begibt man sich in Cirò Marina die Hauptstraße entlang zum Lungomare, so folgt man dem Lungomare nach links, bis er endet. Hier nimmt man das Sträßchen, das dem Meer am nächsten liegt. Es mündet in einen sandigen Weg, der aus den Wohngebieten hinausführt. Auf der linken Seite erkennt man eine große Industrieanlage zur Salzgewinnung. Auf dem Feld vor der Fabrik sind - eingezäunt und mit Infotafeln in it. und engl. Sprache versehen - die Reste des Apollotempels zu sehen. Mit etwas Beweglichkeit lässt sich der Zaun überwinden; eine andere Möglichkeit ist nicht vorgesehen. Nun folgt man dem Feldweg nach rechts und gelangt zum Leuchtturm am Punta Alice. Hinter dem Leuchtturm erstreckt sich eine weite Fläche mit grobem Sand bzw. Kies, dies ist das Kap Punta Alice. Da sich hier die bewegte See und die ruhige See scheiden, finden sich viele Angler ein, die auf der ruhigen Seite fischen.

In Cirò Marina gefundener Kopf des Apollo. Die Öffnungen deuten auf einen Aufsatz (Krone, Haare usw.) hin. (Museo archeologico Reggio di Calabria, Foto: Th. Raiser)

Folgt man dem Sandsträßchen nun weiter Richtung Norden, so kommt man zum Mercato Saraceno (Sarazenenmarkt) aus dem 16. Jahrhundert. Es handelt sich um eine mittelalterliche Marktanlage in zwei sich einander gegenüberliegenden Gebäuden, einstöckig, mit großen Arkaden, unter denen die verschiedenen Geschäfte und Gewerbe angesiedelt waren. Die beiden Gebäude lassen einen Blick aufs Meer frei. Heute dient diese beeindruckende und gut restaurierte Anlage für Musik- und Theaterdarbietungen. Die Akustik von der (neuzeitlichen) Bühne ist hervorragend. Unterhalb des Mercato Saraceno steht der Sarazenenturm Torre Nuova, von dem man einen weitläufigen Blick über die Küste genießt. Wie das häufiger zu finden ist, so wurde auch hier aus einem antiken Wallfahrtsort apollo aleo ein christlicher Wallfahrtsort: An den Sarazenenmarkt schließt sich die kleine Kirche der Madonna di Mare an.

Vom Bahnhof aus muss man mit einem Fußweg von 4 - 6 km bis zum Sarazenenmarkt bzw. Punta Alice rechnen (einfache Strecke).

Castello Sabatini

Castello Sabatini ist ein Adelsgut, ausgestattet mit 4 Ecktürmen zur Verteidigung.
Es erhebt sich auf der Höhe der Madonna d’Itria, welche das Stadtgebiet von Cirò Marina überragt. Vermutlich um 1500 erbaut diente es den Feudalherren im Gebiet von Cirò, die üblicherweise im Castello in Cirò wohnten. Die jetzigen Besitzer erwarben das Anwesen um 1845 nach dem Ende der Feudalherrschaft.
Die volkstümliche Überlieferung verbindet mit dem Castello Sabatini eine Legende, nach der Kaiser Konstantin, als er sich der Küste Kalabriens näherte und von der Schönheit der Gegend begeistert war, beschlossen habe, hier seinen Wohnsitz zu nehmen. Als man sich an die Arbeit machte, verhinderte eine Reihe von unglücklichen Umständen die Fertigstellung. Frustriert habe der Imperator seinen Unmut einem alten Reisenden anvertraut, welcher ihm geraten habe, eine Jungfrau aus dem Ort zu opfern, um das Unheil abzuwenden. Die Wahl fiel auf die schöne Lusitania. Der Glaube daran wurzelte so tief, dass im Jahr 1545 Don Abenante an der Stelle, wo die Jungfrau für immer abgesondert gewesen sei, eine Mauer niederreißen ließ.
(nach: http://www.costadeisaraceni.it/Ciro-Marina.html)