Cirò / Cirò Marina
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Cirò
Marina:
endloser Lungomare, Strände, Punta Alice, Apollotempel und Sarazenenmarkt
Der Ort blickt auf eine lange Vergangenheit zurück
und wird als das griechische Krimisa identifiziert, das später
Zrò und schließlich Cirò getauft wurde. Forscher
haben Siedlungsformen von der Eisenzeit bis in die römische Zeit
nachweisen können: so z.B. eine Nekropolis in Cozzo del Salterello
/ Cirò Superiore (8. Jh. v. Chr.) oder Bronze- und Keramikfunde
(7./6. Jh. v. Chr.), die von der Anwesenheit der Griechen zeugen. (Ilona
Witten,DUMONT-Reisetaschenbuch Kalabrien, Köln 2001, S. 136)
Wer heute nach Cirò Marina kommt, den erwarten endlose, gepflegte Strände, die von italienischen
wie ausländischen Gästen gleichermaßen geschätzt
werden. Während die italienischen Gäste die Quartiere in Stadtnähe,
am Lungomare, bevorzugen, zieht es deutsche Besucher eher in die Ferienanlagen
und Campingplätze. Wer
mehr möchte, der begibt sich zum Punta Alice, dem äußersten
Punkt einer kleinen Halbinsel, die Stelle, an der die ionische Küste
einen Knick macht und sich südlich nach Crotone hinwendet.
Dieser
markante Punkt wurde in der Antike von den Griechen ausgewählt,
um einen weithin bedeutenden Apollo-Tempel Apollo Aleo zu errichten,
von dem nur noch die Fundamente erhalten sind. Dieser Tempel beherbergte
die "Pfeile des Herakles"
(die Legende dazu im Reisehandbuch Sila
Greca - Sila Ionica).
Die Ruinen des Apollon-Tempels befinden sich abseits des antiken
Krimisa, nördlich von Cirò Marina unterhalb der Punta Alice.
Die Ausgrabungsstätte, Anfang des 20. Jahrhunderts von dem berühmten
Archäologen Paolo Orsi freigelegt, weist neben der spätarchaischen
Bauphase (Ende des 6. Jh. v. Chr.) eine zweite Bauphase aus dem 3. Jh.
v. Chr. auf. In letzterer wurde ein steinerner Perystasis mit 8 x 9
Säulen angebaut. Aus dieser Zeit stammen auch die dorischen Kapitelle
und Säulenfragmente, die im Museum von Crotone zu besichtigen sind.
Im Nationalmuseum von Reggio Calabria sind die marmornen Füße
und der Kopf eines Akrolithen (Gewandstatue) sowie eine Bronzestatuette
des Apollon untergebracht. All diese Fundstücke stammen aus dem
Templo di Apollo Aleo. (Ilona
Witten,DUMONT-Reisetaschenbuch Kalabrien, Köln 2001, S. 136)
Hier
nun ein kleiner
Rundgang Apollo-Tempel - Punta Alice - Mercato Saraceno
- Kirche Madonna di Mare
Begibt
man sich in Cirò Marina die Hauptstraße entlang
zum Lungomare, so folgt man dem Lungomare nach links, bis er
endet. Hier nimmt man das Sträßchen, das dem Meer am nächsten
liegt. Es mündet in einen sandigen Weg, der aus den Wohngebieten
hinausführt. Auf der linken Seite erkennt man eine große
Industrieanlage zur Salzgewinnung. Auf dem Feld vor der Fabrik sind
- eingezäunt und mit Infotafeln in it. und engl. Sprache versehen
- die Reste des Apollotempels zu sehen. Mit etwas Beweglichkeit
lässt sich der Zaun überwinden; eine andere Möglichkeit
ist nicht vorgesehen. Nun folgt man dem Feldweg nach rechts und gelangt
zum Leuchtturm am Punta Alice. Hinter dem Leuchtturm erstreckt
sich eine weite Fläche mit grobem Sand bzw. Kies, dies ist das
Kap Punta Alice. Da sich hier die bewegte See und die ruhige
See scheiden, finden sich viele Angler ein, die auf der ruhigen Seite
fischen.
Folgt
man dem Sandsträßchen nun weiter Richtung Norden, so kommt
man zum Mercato Saraceno (Sarazenenmarkt) aus dem 16. Jahrhundert.
Es handelt sich um eine mittelalterliche Marktanlage in zwei sich einander
gegenüberliegenden Gebäuden, einstöckig, mit großen
Arkaden, unter denen die verschiedenen Geschäfte und Gewerbe angesiedelt
waren. Die beiden Gebäude lassen einen Blick aufs Meer frei. Heute
dient diese beeindruckende und gut restaurierte Anlage für Musik-
und Theaterdarbietungen. Die Akustik von der (neuzeitlichen) Bühne
ist hervorragend. Unterhalb des Mercato Saraceno steht der
Sarazenenturm Torre Nuova, von dem man einen weitläufigen
Blick über die Küste genießt. Wie das häufiger
zu finden ist, so wurde auch hier aus einem antiken Wallfahrtsort apollo
aleo ein christlicher Wallfahrtsort: An den Sarazenenmarkt schließt
sich die kleine Kirche der Madonna di Mare an.
Vom
Bahnhof aus muss man mit einem Fußweg von 4 - 6 km bis zum Sarazenenmarkt
bzw. Punta Alice rechnen (einfache Strecke).
Castello Sabatini
Castello Sabatini ist ein Adelsgut, ausgestattet mit 4 Ecktürmen zur Verteidigung.
Es erhebt sich auf der Höhe der Madonna d’Itria, welche das Stadtgebiet von Cirò Marina überragt. Vermutlich um 1500 erbaut diente es den Feudalherren im Gebiet von Cirò, die üblicherweise im Castello in Cirò wohnten. Die jetzigen Besitzer erwarben das Anwesen um 1845 nach dem Ende der Feudalherrschaft.
Die volkstümliche Überlieferung verbindet mit dem Castello Sabatini eine Legende, nach der Kaiser Konstantin, als er sich der Küste Kalabriens näherte und von der Schönheit der Gegend begeistert war, beschlossen habe, hier seinen Wohnsitz zu nehmen. Als man sich an die Arbeit machte, verhinderte eine Reihe von unglücklichen Umständen die Fertigstellung. Frustriert habe der Imperator seinen Unmut einem alten Reisenden anvertraut, welcher ihm geraten habe, eine Jungfrau aus dem Ort zu opfern, um das Unheil abzuwenden. Die Wahl fiel auf die schöne Lusitania. Der Glaube daran wurzelte so tief, dass im Jahr 1545 Don Abenante an der Stelle, wo die Jungfrau für immer abgesondert gewesen sei, eine Mauer niederreißen ließ. (nach: http://www.costadeisaraceni.it/Ciro-Marina.html)