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St. Franziskus von Paola

S. Francesco di Paola
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Franziskus von Paola (oder: Francesco di Paola, Francesco da Paola, Franz von Paula ..) lebte von 1416 bis 1507 und ist die bedeutendste
Persönlichkeit der Volksfrömmigkeit Kalabriens.

Im Jahr 2007 wurde
sein 500.Todestag begangen.

 

 


Für Bierliebhaber, spirituell und geschichtlich Interessierte sowie alle Freundinnen und Freunde Kalabriens:

Alles über
Franz von Paula /
Francesco di Paola
in

EIN EUROPÄER AUS KALABRIEN -
Biographisch-spirituell-touristischer Wegbegleiter auf den Spuren des Franziskus von Paola

64 Seiten, über 90 Fotos
€ 6,80

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Paola ist ein Städtchen von 17 000 Einwohnern und liegt am tyrrhenischen Meer, dort wo die Eisenbahnlinie nach Cosenza von der Hauptstrecke Neapel - Reggio di Calabria abzweigt.
Vor allem aber ist Paola die Stadt des heiligen Franziskus - nicht des Franziskus von Assisi, der für Franziskus von Paola ein großes Vorbild war und mit dem er oft verwechselt wurde und wird.
Franziskus von Paola ist nicht nur Eremit und Pilger, sondern auch Gründer einer Ordensgemeinschaft, die noch heute in zahlreichen Ländern tätig ist.
Als herausragende Gestalt in der Frömmigkeitsgeschichte des italienischen Südens ist Franziskus wichtig für das Verständnis der Identität Kalabriens früher und heute.

Im Jahr 2007 feierte Paola den 500. Todestag des Heiligen.
 

Das Paulanerbier hat seinen Namen von den Paulanermönchen
des Franziskus von Paola, die sich um 1627 in München in Neudeck
ob der Au niedergelassen haben.

   

Links:
Der Wallfahrtsbezirk oberhalb des Ortes Paola mit der alten Wallfahrtskirche

Rechts:
Einer der sieben Brunnen, genannt "Sette Canali" an der gleichnamigen Piazza in der Stadtmitte, dekoriert mit Darstellungen aus dem Leben des Hl. Franziskus von Paola

   
Unten: Das Flüsschen Isca, das am Santuario vorbeifließt, war Zeuge des Lebens von Franziskus    
   
Oben: Das Denkmal des Emigranten auf dem Platz hinter der Bahnunterführung zum
tyrrhenischen Meer hin - "St. Franziskus, der Emigrant", der für 25 Jahre nach Frankreich ging.
   


   
Die Zeit, in der Franziskus von Paola lebt  

Zeit der Veränderungen

Das Leben des Franziskus von Paola (1416 - 1507) erstreckte sich über nahezu ein Jahrhundert in einer Zeit der großen Veränderungen. Zehn Jahre nach dem Tod von Franziskus begann in die Deutschland die Reformation. Das Jahr 1519 war nicht nur das Jahr, in dem der Reformator Martin Luther exkommuniziert wurde. Es war auch das Jahr, in dem Papst Leo X. heiliggesprochen wurde, eben der Papst, der die Ordensregel der Frati Minimi des Franziskus von Paola approbiert hatte. Und diese Ordensregel war und ist geprägt von Buße, Umkehr und Reformwillen, von Franziskus zusammengefasst in den Worten vita quaresimale.

Renaissance: Natur und/oder Gott

Aus kultureller Perspektive bewunderte Europa im 15. Jahrhundert das Ideal der Renaissance. Der Mensch ist ganz auf die Herrschaft der Natur ausgerichtet, der Natur wendet er sich zu und sieht sich nicht mehr auf Gott angewiesen. Dieses Leben auf die Natur hin wirkt auf den Menschen anziehend, steht aber ganz im Gegensatz zum mittelalterlichen Denkmodell, das vom Gedanken der ewigen Rettung geprägt war. Diese Autonomie war für viele fromme Menschen mit Angst verbunden. In der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts gab es darüber hinaus apokalyptische Stimmungen im Zusammenhang mit dem Jahrhundertwechsel im Jahr 1500. Man fürchtete Gottes Strafe dafür, dass sich der Mensch zur Welt hin orientiert und das Heilige zu verlieren droht. Hinzu kam die Angst vor der Türkeninvasion. Dies alles wurde zum idealen Nährboden für Umkehrpredigten und Bußpraktiken.

Politik: Könige, Barone, Staaten

In politischer Hinsicht bringt das 15. Jahrhundert die Entstehung des modernen Staates, der die mittelalterliche Zersplitterung überwindet. Frankreich spielt darin eine beherrschende Rolle, vor allem Ludwig XI und seine Nachfolger - gerade mit ihnen hat Franziskus in der Zeit seines Frankreichaufenthalts zu tun. Im Königreich Neapel, wo König Ferdinand von Aragonien eine neuzeitliche staatliche Struktur einführen will, trifft dieses Vorhaben auf den erbitterten Widerstand der Barone. Der blutig niedergeschlagene Aufstand der Barone hatte schreckliche Folgen vor allem für die einfache Bevölkerung; dies ist der Hintergrund für die sozialen Bemühungen des Franziskus von Paola.

Kirche: Licht und Schatten

Im kirchlichen Leben gab es Licht- und Schattenseiten, mondäne und karge Lebensformen. Es gab bereits Ansätze von Reformen der Kirche, sei es von oben oder unten. Die Kirche musste lernen, mit den Wirkungen von Humanismus und Renaissance umzugehen, ohne ihrer Sendung untreu zu werden - keine einfache Aufgabe. Auf die Kritik der Armutsbewegung und der evangelischen Einfachheit reagierte die Kirche teilweise mit Exkommunikation.(C; 2+3), teilweise nahm sie die Impulse auf als Beginn einer Reformation von innen her. Franziskus gehört zu denen, die mit der Reform ihres eigenen Lebens zuerst beginnen.

   
Franziskus von Paola wird geboren   Am 27. März 1416 wird Franziskus in Paola/Westkalabrien geboren . Dass er zur Welt kommt, ist für die lange kinderlos gebliebenen Eltern Giacomo Martolilla und Vienna di Fuscaldo, Eigentümer von ein paar Landstücken, die sie selbst bewirtschaften, ein Wunder. Weil die Eltern das Kind als Frucht eines Gelöbnisses an St. Franziskus von Assisi verstehen, wird es auf den Namen Franziskus getauft.

Alles war an jenem Morgen wie immer in der Contrada Terravecchia zu Paola, und doch
stand die Zeit still, wurde etwas Außergewöhnliches von Haus zu Haus weitergerufen.
Alle Aufmerksamkeit richtete sich auf das Haus von Giacomo Martolilla und Vienna di Fuscaldo,
die für ihr gutes und frommes Leben meistgeschätzten Eheleute des Ortes. Ein ungewohntes Spektakel
bot sich den Augen und Ohren aller: Geheimnisvolle Melodien und mysteriöse Flammen kamen
aus jenem Haus. Es konnte sich nicht um einen Brand handeln, denn es gab keinen Brandgeruch;
und außerdem leckten die Flammen nicht an den benachbarten Häusern. Die Nachbarin Maria
ließ sich von den wunderbaren Zeichen nicht abschrecken, klopfte neugierig und trat in das Haus von Vienna ein. Mit über der Brust gekreuzten Armen kam sie wieder heraus und rief: „Welche Freude, Franziskus ist geboren!.“ Es war ein Junge mit blauen Augen, mit besonders heller Haut und blonden Haaren: Ein Augenblick, der von allen in der Contrada Terravecchia erwartet worden war. (B;14+17
)

Und warum der Name Franziskus?
Es blutete einem das Herz beim Anblick der zwei gottesfürchtigen Eheleute, die auch noch nach 15 Jahren Ehe ohne eine Frucht ihrer Liebe geblieben waren. Aber Vienna hatte immer auf den guten Gott gehofft, und ein außergewöhnlich starker Glaube hatte sie aushalten lassen, während sie die heimlichen Träume ihres Herzens wiegte.
Sie und der geduldige Giacomo waren sehr mit dem heiligen Patriarchen von Assisi verbunden: Ihm hatten sie im Gebet ihre stille Qual anvertraut und ihm versprochen, aus Dank und zum Schutz ihrem künftigen Schatz den Namen Franziskus zu geben, sei es nun ein Junge oder ein Mädchen. Von daher kommt der Name, seit langem also vorausbestimmt und den Einwohnern der Contrada Terravecchia bekannt. Und das alles ereignete sich unter dem Himmel von Paola am Tyrrhenischen Meer am 27. März 1416. Die Flammen über dem Geburtshaus sollten bedeuten: Franziskus ist bestimmt dazu, Feuer und Licht für die Welt zu werden. Das sollte sich offenbaren durch die Glut seiner Liebe (carità), als mitreißende Liebe zu Gott und als leidenschaftliche Liebe zu den Menschen, seinen Geschwistern. (B;17)

   
Franziskus erkrankt, und die Mutter macht ein weiteres Gelöbnis  

Nach einem Monat erkrankt Franziskus ernsthaft am linken Auge. Die Mutter wendet sich erneut an den Heiligen von Assisi, gelobt im Fall einer Heilung den Sohn zu gegebener Zeit für ein Jahr in einen franziskanischen Konvent zu geben. Das Gebet wird erhört, und tatsächlich wird Franziskus geheilt.
Am Beispiel der Eltern lernt er in seiner Kindheit eine Frömmigkeit kennen und leben, in der Fasten und Buße eine bedeutende Rolle spielen. Eine kulturelle Bildung ist nicht ausgeschlossen, steht aber nicht im Vordergrund der Erziehung.

"Was wird wohl aus diesem Kind?" fragten sich Nachbarn und Verwandte neugierig, insbesondere wegen der seltsamen Flammen bei der Geburt. „Das, was Gott will.“ antwortete Vienna zurückhaltend mit einem leichten Lächeln auf den Lippen und etwas geneigten Pupillen. Diese Pupillen kreuzten sich eines Tages voll Schrecken mit denen des Kindes und versetzte ihr Herz in Angst. Ein Belag wie aus Eiweiß hatte das linke Auge von Franziskus belegt und war das Licht dieses Auges erloschen. Es handelte sich um einen bösartigen Abszess, der ernsthaft die Sehfähigkeit des Kindes bedrohte. „Du hast ihn uns geschenkt, du musst ihn jetzt retten, unser heiliger Beschützer!“
Auf diese Anrufung der Eltern hin, die wie ein Angstschrei klang, antwortete wiederum voll Güte
der Heilige von Assisi: Der weiße Belag im Auge lichtete sich, das Auge bekam seine Klarheit
allmählich zurück und glänzte wieder lebendig wie zuvor.(B;18+21)

   
Das Gelöbnis der Mutter wird erfüllt:
Franziskus im Konvent der Franziskanerbrüder zu S. Marco Argentano
  Mit 13 geht er in Begleitung der Eltern zum Konvent der Minderbrüder (Franziskaner) nach S. Marco Argentano, das rund 40 km entfernt ist. Unter den Brüdern dort fällt er als frommer, hilfsbereiter Junge auf, der viel betet - auch bei Nacht - und der deutlich strenger fastet als die Franziskanerbrüder.

San Marco Argentano ist ein Dorf nördlich von Cosenza, wo eine kleine Gemeinschaft von Konventbrüdern lebte. Hier kamen Franziskus und seine Eltern nach einer Fußreise von
12 Meilen an, um den Dreizehnjährigen dort zu lassen, damit er ein Jahr in der Kutte der Franziskaner verbringen würde; dieses Versprechen hatte seine Mutter Vienna gemacht, als das Auge ihres Kindes verloren zu gehen drohte.(B; 21)
   
Die Pilgerfahrt nach Assisi
 
  Im Jahr 1430 pilgert Franziskus mit den Eltern nach Assisi. Es ist für ihn eine wichtige Reise zur Klärung seiner Berufung.
Franziskus und seine Eltern pilgerten nicht nur nach Assisi; sie berührten auch Montecassino, Rom und Loreto und besuchten Einsiedeleien, die um den Berg Monte Luco verstreut lagen.
Der Besuch in Rom verwirrte Franziskus gewaltig: Einem Kardinal, der in einer prachtvollen Kutsche durch Rom fuhr, machte Franziskus wegen des Prunks Vorwürfe: "Unser Herr hat anders gelebt." Schon mit jungen Jahren war für Franziskus deutlich geworden, dass die Kirche sich an der Forderung des Evangeliums nach Armut des Evangeliums messen lassen muss und Reform braucht.
   

Franziskus wird Eremit

 

Nach Paola zurückgekehrt, bringt Franziskus seinen Eltern gegenüber seinen Wunsch nach einem Leben als Eremit zum Ausdruck. Mit 15 Jahren (nach Ansicht der Historiker auch einige Jahre später) zieht er sich in eine Grotte außerhalb seines Heimatortes Paola zurück, auf ein Grundstück, das sich im Besitz der Familie befindet. Dort führt er ein Leben in Gebet und Buße, getragen von Ekstasen und Visionen. Bei den Einwohnern Paolas löst sein Lebensstil Staunen über die Strenge seiner Lebensführung aus. Diese Erfahrung in Paola formt ihn, was die Kontemplation, die Arbeit, die Einsamkeit, den Verzicht und die körperlichen Abtötungen betrifft.

Bald schon wird seine Höhle zu einem Ort, der von vielen Menschen aufgesucht wird. Sie erwarten von ihm Rat und Hilfe durch seine geistliche Führung. Einige wollen so wie er streng nach dem Evangelium leben. Mit gerade 19 Jahren empfängt er im Jahr 1435 die ersten Schüler. Damit steht Franziskus vor der Herausforderung, wie er seine Lebensform als Eremit mit dem Zusammenleben mit weiteren Brüdern vereinbaren kann.

   
Franziskus beginnt mit dem Bau des Konvents.  

Der Aufbau der Eremiten-Gemeinschaft und der Bau des Konvents sind eine wichtige Zeit für Franziskus.

Der berstende Kalkofen
Als man mit dem Bau des Konvents in Paola begann, ließ der gute Padre einen Ofen zum Kalkbrennen errichten. Da trug es sich zu, dass der ganze Ofen drohte zusammenzubrechen, zum einen, weil er wohl überladen war, zum anderen, weil er vom frühen Morgen bis hinein in die Nacht brannte; und es fielen einige Steine aus den Wänden. Als schon der innere Teil am Zerfallen war, schickte man nach dem guten Padre, der sich in seiner kleinen Zelle aufhielt. Man berichtete ihm, dass der Herd am Zerbersten sei. Kaum dass er dies gehört hatte, machte er sich auf, um selber nachzusehen. Allen sagte er, dass sie essen gehen sollten, und sie gehorchten. Der Padre blieb allein. Der Maurermeister war kurz weggegangen; als er zurückkehrte, sah er den guten Padre unversehrt aus dem Ofen heraustreten; den Ofen selbst fand er intakt wie zuvor. Nun wies ihn der gute Padre an: "Auf, werft Holz in den Ofen." Dieses Wunder wurde von etlichen erzählt und ist auch durch jenen Maurermeister bezeugt, der sich dort zum Kalkbrennen aufhielt. (A; 13)

     
    Das Wasser der Cucchiarella
(=des Schöpflöffels bzw. der Schöpfkelle, weil man das Wasser mit Schöpflöffeln aus dem Quellbecken entnimmt, wo es sich durch ständige Tropfen aus dem Gestein erneuert)
Die Arbeiter am Konvent murrten, weil Trinkwasser fehlte und sie es unbequem fanden, an den Bach Isca hinunterzugehen, um ihren Durst zu löschen. Der Heilige gab ihnen die gute Laune zurück, indem er mit einem Stock gegen den Felsen schlug, aus dem dann eine Quelle entsprang, die bis heute sprudelt.
   
   

Ponte del Diavolo
Der Abhang, an dem das Städtchen Paola liegt, wird durchfurcht von einem Flüsschen namens Isca. Am Ufer des Flüsschens liegt auch der Konvent bzw. das Santuario von S. Francesco di Paola. Geht man aufwärts dem Flüsschen entlang, so gelangt man zum Ponte del Diavolo (Teufelsbrücke).
An dieser Brücke sind Geschichte, Legende und Sakralität eng miteinander verwoben. Sie wird Teufelsbrücke genannt, weil sie erzählt, dass der Teufel dem Heiligen helfen wollte, den dringend benötigten Übergang über das Flüsschen zu errichten. Es heißt, dass der Teufel als Gegenwert für sein Hilfe beim Brückenbau die Seele des ersten, der darübergehen würde, bekommen sollte. Als die Brücke fertiggestellt war, ließ Franziskus voller Schlitzohrigkeit zuerst einen Hund darüberlaufen und bot dem Teufel die Seele des Hundes an. Der Teufel, außer sich vor Wut, weil er getäuscht worden war, schlug gewalttätig gegen die Mauer und hinterließ dabei einen Abdruck, den die Besucher noch immer mit zwiespältigen Gefühlen betrachten.

   

 

 
Wespengefahr
Ein anderes Mal, während er die Zellen seiner Brüder vom Konvent zu Paola bauen ließ, fanden die Ordensleute, die die Steine transportierten, an dem Ort, wo man die Steine holte, eine große Menge Insekten, die man Wespen nannte. Als man die Steine wegnahm, begannen die Wespen laut zu summen und erhoben sich derart, dass die Brüder sich anschickten zu fliehen. Sie wandten sich an den guten Padre, der mit dem Bau der besagten Zellen beschäftigt war, und erzählten ihm das Geschehene. Umgehend begab er sich zum Ort des Geschehens, wo sich die Wespen befanden, und befahl den Brüdern wegzugehen. Ich allerdings, N.N.(=der anonyme Erzähler), versteckte mich hinter der Tür, um zu erfahren, was er vorhatte. Ich sah nun, wie er die Wespen nahm und in den Wald trug, nahe beim Konvent. Und von da an wurden sie nicht mehr gesehen. (A; 15)

Martinello
Der Heilige hatte ein Lamm besonders lieb; er nannte es Martinello. Eines Tages, als Franziskus für eine kurze Zeit abwesend war, beschlossen die Bauarbeiter, es zu verspeisen; und nachdem sie es gekocht und verzehrt hatten, warfen sie die Knochen in den Ofen. Der Heilige begann, Martinello zu suchen und fragte die Arbeiter, die am Konvent beschäftigt waren, ob sie Martinello gesehen hätten; sie verneinten es, aber als er begann, nach dem Lämmchen zu rufen, da sprang es gesund und munter aus den Flammen hervor. Die Verwunderung und die Verlegenheit der Arbeiter gegenüber St. Franziskus war verständlicherweise sehr groß.(B 47+48)

   
Franziskus empfängt das Zeichen "Charitas".  

Gestärkt für den weiteren Weg wird Franziskus durch eine Erscheinung des Erzengels Michael, der ihm das Zeichen CHARITAS als Wegweisung übergibt. Nach der Tradition trägt der Engel ein leuchtendes Schwert in den Händen, auf dem das Wort CHARITAS geschrieben war. Dazu spricht der Engel: "Dies wird das Wappen deines Ordens sein."
Wo immer Franziskus sich hinbegibt, erfüllt sich auf wunderbare Weise der Auftrag der CHARITAS: Kranke finden Heilung, Notleidenden wird geholfen, es geschieht viel in sozialer und religöser Hinsicht, und es ergeht die Aufforderung an die Menschen, mit ihrem Leben umzukehren und den Spuren des Evangeliums zu folgen.

   
Franziskus gründet drei weitere Konvente in Kalabrien  

Nun kommen die Leute nicht mehr nur zu ihm; sie laden ihn ein in die Dörfer und Städte und bitten ihn, dort neue Einsiedeleien zu gründen.
Von 1444 bis 1453 (nach Meinung der Historiker erst ab 1471, siehe D) hält sich Franziskus in Paterno Calabro (ca 15 km südlich von Cosenza) auf, wo er den zweiten Konvent des Ordens errichtet. Zwischen 1453 und 1464 (eher in den Siebzigerjahren des15. Jhts.) gründet er in Kalabrien die Konvente von Spezzano (rund 40 km nördlich von Cosenza) und Corigliano Calabro (am Ionischen Meer).

   
Päpstliche Überprüfung   1467 sendet der Papst, der von dem Wirken Franziskus' gehört hatte, einen Delegaten, um das Leben von Franziskus zu prüfen.
Bei seiner Rückkehr versichert der Gesandte Baldassarre De Gutrossis dem Papst die Treue Franziskus' zum Heiligen Stuhl. Franziskus erhält einen Ablassbescheid, der helfen soll, eine neue Kirche zu finanzieren. Das Verfahren zur Anerkennung der Kongregation der Eremiten ist eingeleitet, einer Gemeinschaft, die Armut, Buße, Gehorsam und Demut als ihre Ideale hat.
   

Franziskus geht nach Sizilien

 

Zur Legende von der Überfahrt des Franziskus von Paola über den Stretto von Kalabrien nach Sizilien hat Franz Liszt ein Klavierstück komponiert:
Der heilige Franziskus von Paola über die Wogen schreitend.

 

Um das Jahr 1482 wird das Wunder von der Überschreitung des Stretto (=Meerenge zwischen Italien und Sizilien) auf seinem Mantel datiert. Franziskus gründet in Milazzo(Sizilien) einen fünften Konvent und kehrt dann nach Kalabrien zurück.

Eine Brotvermehrung auf dem Weg nach Sizilien
Zwei Ratsherren von Milazzo, einem Ort jenseits des Stretto von Messina gelegen, trafen in Paterno ein, um Franziskus zu suchen und ihn zu bitten, dass er einen Konvent in ihrer Stadt gründen würde. Franziskus machte sich auf die Reise nach Sizilien und nahm mit sich den treuen Padre Paolo Rendacio und den einfachen Bruder Giovanni de San Lucido. Keine Speisen und kein Geld hatten sie dabei, nur einen Knotenstock in der Hand und im Herzen so viel Zuversicht in die Vorsehung Gottes. Und der gute Gott belohnte das Vertrauen seines Dieners mit einem typischen und allgemein bekannten Wunder. Erzählt wurde es von einem der zahlreichen Zeugen, die beim Heiligsprechungsprozess unter Eid aussagten.
Am Pass von Barrello angekommen, trafen die drei Pilger auf neun Reisende, die vom Dorf Arena kamen und nach Terranova wollten. "Um der Liebe willen" fragte der arme Eremit um ein wenig Brot. Auf den ernsthaften Protest der Reisenden, dass sie kein Krümelchen hätten, sagte Franziskus entschieden: "Gebt mir einen eurer Quersäcke; ich bin sicher, dass Brot darin ist." Man öffnete einen Quersack, und ein warmes, noch dampfendes Brot kam zum Vorschein. "Dieser Bruder ist ein Heiliger", sagte sich einer der Reisenden in seinem Herzen, der wohl wusste, dass in den Säcken nichts gewesen war.
Alle begannen zu essen von dem Brot, das Franziskus zuvor gesegnet hatte; und je mehr sie davon verzehrten, umso mehr wurde es. Und sie ernährten sich auch die folgenden drei Tage davon, bis sie in Cotona bei Reggio Calabria ankamen.

Eine unglaubliche Seefahrt nach Sizilien
Hier in Cotona fragte derselbe selige Padre "um der Liebe willen" einen gewissen Pietro Coloso, Eigentümer eines Bootes, das Holz nach Sizilien brachte, aus dem man Wannen zum Salzen der Sardinen fertigte, damit er sie nach Sizilien übersetzen sollte. Der Herr Coloso antwortet: "Zahle, Mönch, und ich bringe dich." Von neuem sprach Franziskus: "Bringe mich, um der Liebe willen (per carità)." Coloso blieb stur. "Zahl, und du wirst mit mir nach Sizilien kommen." - und er fuhr ab.
Der gute Padre entfernte sich einen Steinwurf weit, kniete sich nieder, hob die Augen zum Himmel, machte das Zeichen des Kreuzes über dem Meer, breitete seinen Mantel aus, bestieg ihn, als wäre er festes Land, und die Wellen und der Wind trugen ihn hinüber ans andere Ufer. Das Wunder ereignete sich bei Tageslicht am 4. April 1464. Von diesem Tag an sah man einen Schiffer jeden Abend am Ufer, dort, wo sich das Wunder ereignete, umherirren, um seine Schuld mit heißen Tränen zu beweinen. Und jeden Abend musste der Schiffer das Zusammentreffen mit dem Heiligen von Neuem durchleiden, als seine verwunderten Augen mit angesehen hatten, wie Franziskus das Meer auf einer unsichtbaren Barke bezwang. (B; 99+100)

   
Francesco, der Wundertäter  

Wie Francesco seine Wunder verstand

Von Anfang an steht Franziskus im Ruf, ein großer Wundertäter zu sein. Zeichen und Wunder begleiten sein Leben, vom Bau des ersten Konvents an bis zu seinem Weggehen nach Frankreich. Sein Wundertätigkeit gilt allen, bevorzugt aber den Armen und Unterdrückten, die unter den Misshandlungen durch die Mächtigen leiden müssen, gegen die Franziskus fortwährend seine Stimme erhebt. Die Elemente, die Franziskus für ein Wunder gebraucht, sind sekundär und nicht von Bedeutung. Die Menschen sollen verstehen, dass nicht sie es sind, die heilen oder das Problem lösen, sondern Gott..

Eine Legende macht sein Wunderverständnis deutlich:

Ein Junge aus Paola hatte am Arm eine Wunde, die nicht vernarben wollte. Man hatte ihn deshalb schon zu bekannten Ärzten gebracht, die ihm aber nicht helfen konnten. Da sagte seine Mutter zu ihm: "Geh auch du zur Einsiedelei von Franziskus und sieh zu, dass er dir zur Gnade verhilft." Der Junge war einverstanden, ging hin und erzählte Franziskus sein Leiden, einschließlich der erfolglosen Heilungsversuche. Franziskus beugte sich herunter, nahm das erste Kraut, dass ihm zwischen die Finger kam und sagte: " Bring es zum Kochen, lege es auf die Wunde, und du wirst geheilt sein." Der junge Mann schaute ihn an und sagte "Von diesem Kraut gibt es viel in Paola, kann es tatsächlich Wunder bewirken?" Der Eremit erwiderte: "Es ist der Glaube, der Wunder bewirkt." Einem Priester, der ihn fragte: "Wie kannst du wissen, ob dieses Kraut gute Eigenschaften hat?" antwortet Franziskus mit der Einfachheit des Evangeliums: "Dem, der Gott treu dient und seinen Geboten folgt, erweisen auch die Kräuter ihre guten Eigenschaften."

Für einige Wunder gibt es Parallelen bei anderen Heiligen der Frömmigkeitsgeschichte.
Viele Wundergeschichten erinnern an biblische Motive, vor allem an Worte und Zeichen Jesu.

   
   

Eins mit der Natur

Das Ohr des Hirschkälbchens
Ein weiteres Mal, als der gute Padre durch die Wälder ging, traf er ein kleines Hirschkälbchen, das die Jäger gerade ergreifen wollten.
Franziskus nahm ihm ein Teil des Ohres ab und entließ es in Freiheit, und allen, die zugegen waren, verbot er, es zu berühren. Nach längerer Zeit wurde aus dem Hirschkälbchen ein ausgewachsener Hirsch. Als das Tier nun wiederum von Jägern verfolgt wurde, eilte das Tier zum Konvent, genau an die Stelle, über der sich die Zelle des guten Padre befand; es begleitete Franziskus in die Kirche und überallhin, wohin er ging. Es leckte ihm die Kutte und feierte ihn als seinen Beschützer. Franziskus erkannte an seinem Kopf die Stelle, wo er ein Stück vom Ohr abgenommen hatte.
Doch weil die Arbeiter am Konvent dem Hirsch nichts Entsprechendes zu essen bieten konnten, teilten sie dies dem guten Padre mit, der schließlich ihrem Drängen nachgab und das Tier schweren Herzens ziehen ließ.
Noch heute bewahrt man das Stück Ohr im Konvent zu Paola; zur Erinnerung an jenes Geschehnis. (A; 14)

Die Auferweckung der Fische
Ein aufsehenerregendes Wunder geschah so:
Einmal brachte man Fische in einem Korb, der mit Blättern ausgelegt war; die Fische waren alle tot.
Zufällig am gleichen Tag kam der Bischof von Cosenza zu Besuch. Der gute Padre sagte zu dem Mann, der die Fische gebracht hatte: „Du bist gerade zur rechten Zeit gekommen. Waschen wir die Fische, um sie dem Herrn darzubringen“. Und beide machten sich zum Brunnen auf, der im Inneren des Konvents plätscherte. Während sie begannen die Fische zu waschen, kehrte der erste Fisch, den der gute Padre nahm, um ihn zu waschen, augenblicklich ins Leben zurück; und man ließ ihn in jenem Becken, wo er einige Jahre lang weiter lebte. (A; 16)

   
   


Blinde sehen ..
.

Die schöne Giulia
Giulia Catalano war 17 und von großer Schönheit an Seele und Leib. Schade, dass sie blind geboren war! Der Vater führte sie zu Franziskus, der sich gerade um den Garten des Konvents mühte und einen kleinen Strauß Blätter in den Händen hielt. Er nahm eines der Blätter, segnete es und legte es auf die leblosen Pupillen des Mädchens. Zwei schwarze, tiefgründige Augen richteten sich verwundert und dankbar auf das Gesicht des Wohltäters und vergaßen es nie mehr.

   

 

"S. Francesco's neuestes Wunder"

Als vor wenigen Jahren an den Konventsgebäuden in Paola renoviert wurde hörten die Arbeiter, die auf dem Gerüst tätig waren, wie sie einer der Brüder rief, sie sollten zum Essen herunterkommen. Sie kletterten das Gerüst hinab. Als alle Arbeiter das Gerüst verlassen hatten, brach das Gerüst zusammen. Doch der Bruder, der sie gerufen hatte, war verschwunden.Auch von den andern Brüdern wusste niemand, wer die Arbeiter zu Essen gerufen haben sollte.

 


Lahme gehen ...

Das Knie von Meister Antonio wird geheilt
Ein anderes Mal war sein lieber und treuer Freund, Meister Antonio Di Donato mit Franziskus unterwegs durch die Wälder, als folgendes geschah: Ein Felsblock stürzte einen Berghang herab und traf Meister Antonio so schwer, dass sein Knie dabei brach. Der gute Padre, von Mitgefühl bewegt, streckte seine Hand zu dem Knie von Meister Antonio aus, und im selben Augenblick bemerkte der, wie das getroffene Knie heil war, so heil wie das andere Knie.(A; 14)

Heilung einer gelähmten Frau aus Paola
Eine Gliederlähmung plagte schon ein Jahr lang Ciaradonna Carbonello, eine Frau aus Paola, so das sie von den betrübten und verzweifelten Familienmitgliedern gefüttert, ins Bett gebracht und wieder hergerichtet werden musste. "Wie sind wir doch dumm: Zahllose Fremde kommen aus der ganzen Provinz hierher aus Ergebenheit zu St. Franziskus; und wir haben ihn hier bei uns und sind noch nie zu ihm gegangen! Gehen wir und bitten ihn, dass er für diese Unglückliche Fürsprecher sei! Der Herr heile sie oder nehme sie zu sich, wir schaffen es jedenfalls nicht mehr!" So sprachen die Eltern, legten die Gelähmte einer Bediensteten auf die Arme und schlugen den Weg zum Konvent ein. Bruder Franziskus ermunterte und ermahnte sie, "guten Glauben an den Herrn zu haben, denn ohne Glauben kann es keine Gnade geben." Er verwickelte sie ein wenig in ein Gespräch; dann entließ er sie, nachdem er die Kranke mit geweihtem Wasser besprengt hatte, und ordnete an, die verkrampften Glieder mit gekochten Brennesseln zu behandeln. Auf dem Rückweg bat die Ärmste ihre Trägerin, sie zu Boden zu lassen, "damit sie ein Bedürfnis erledigen könnte." Da spürt sie eine ungewohnte Kraft ihre Glieder durchschlängeln, mit der sie sich von allein aufrecht halten konnte. Und sie war geheilt ohne Brennesseln oder andere Dinge.(B; 60+61)

   
 


Aussätzige werden rein ...

Die Lepra hatte seit zwei Jahren den Körper eines Mannes namens Marcello Cardilla aus Cosenza verunstaltet und gelähmt. Nachdem man ihn nach Paola gebracht hatte, betete Franziskus einige Augenblicke lang, dann nahm er ihn bei der Hand und befahl ihm: " Bruder, um der Liebe willen - per carità - , steh auf und geh!" Zum Erstaunen aller erhob sich Marcello und ging umher. Sein Kräfte kehrten zurück, und sein Körper war rüstig wie der eines Jungen.

   
   


Taube hören und Stumme sprechen ...

Die Heilung eines Stummen aus Crotone
Ein anderes Mal, während derselbe Meister Antonio im Konvent zu Paola weilte, kam ein Stummer aus dem östlichen Kalabrien, aus einem Ort nahe Crotone. In der Nacht, die auf die Ankunft des Stummen und seiner Eltern folgte, erhob sich der gute Padre und begleitete ihn in die Kirche, die von vielen Kerzen erleuchtet war. Während er betete, erwarb der Stumme augenblicklich wieder den Gebrauch der Zunge. Als der Tag anbrach, ließ Franziskus ihn mit seinen Eltern aufbrechen Richtung Heimat. (A; 15)

Die Kerze ist heruntergefallen!
Ein anderes Mal führte man einen Jungen, der nicht hören konnte, zu St. Franziskus, damit er ihn heilen möge. Der Heilige ermahnte die Eltern, die Madonna anzurufen, und gleichzeitig entzündete er eine Kerze vor ihrem Bild, um sich dann ins Gebet zurückzuziehen. Überraschend fiel die Kerze zu Boden; da meldete sich der taube Junge zu Wort und rief: "Uh, die Kerze ist heruntergefallen!" (B; 68)

   
   


Besessene werden befreit ...

Machtkampf
Eine vom Teufel besessene junge Frau wurde vor den guten Padre geführt. Der bösartige Geist, der in ihr war, sagte laut schreiend, dass jener schmutzige Bärtige, mit geflickten Kleidern, dieser Wurzelfresser (also: St. Franziskus!) ihm und den Seinen im Wege stehe. Der gute Padre fragte ihn: "Wer seid ihr?" - "Wir sind einige spezialisierte Legionen." "Wo sind deine Anhänger?" - "Im Wald in der Nähe, wo man oft einen großen Schwarm Raben sieht."- "Wohin ziehen sie?" - "Sie sind gesandt, um ganz Italien zu zerstören." - "Wer hindert sie an ihrem Plan?"- "Sie können nichts tun, solange du hier sein wirst. Deine große Demut hindert sie. Aber nach deinem Weggehen werden wir all das verwirklichen, was wir schon lange im Herzen tragen."
Der Padre: "Wer hat dir so viel Überheblichkeit und Einbildung geschenkt, dass du es gewagt hast, in diese arme Kreatur Gottes einzudringen und sie zu beherrschen?" - "Ich habe sie nicht ausgesucht, sie hat sich zu mir aufgemacht und ich bin in sie eingezogen. Und es geht mir hier so gut, dass ich es nicht schaffe auszufahren." Nun sprach der Mann Gottes: "Fahr aus, per carità (um der Liebe willen), und lass dieses arme Ding in Ruhe!" - "Aber wohin soll ich gehen?" - "An den Ort, den du verdienst seit Anfang deiner Erschaffung!" - "Gut, ich werde in drei Tagen dorthingehen." - "Nein, sofort musst du gehen! Und verlier keine Zeit." - "Und was wäre, wenn ich durch die Augen ausfahre und eins davon mitnehme?"
"Nein, ich verbiete dir, diesem Geschöpf Gottes Schlimmes zuzufügen." - "Dann gib mir was anderes!"
Der gute Padre bat einen seiner Brüder, dass er ihm eine Glasflasche gäbe. Aber noch wollte der Teufel nicht ausfahren und verwickelte den Padre nochmals in eine Diskussion. Schließlich nahm Franziskus das Mädchen an den Haaren, und mit großer Energie befahl er dem Teufel, aus dem Körper auszufahren. Augenblicklich gehorchte der Dämon und ließ das Mädchen praktisch entseelt zurück. Der gute Padre gab ihr die Lebenskraft zurück; er gab ihr zu essen und zu trinken, und sie kehrte vollkommen geheilt nach Hause zurück
.(A 35)

   
   
Die Toten erstehen auf ...

Berufung mit Umwegen
Franziskus hatte einen jungen Mann - einen Verwandten von ihm - aufgefordert, sein Mitbruder zu werden. Aber die Mutter des Jungen wollte mit allen Mitteln verhindern, dass er in die Ordensgemeinschaft eintreten sollte. Der junge Mann starb schließlich. Jetzt machte sich die Mutter auf zum Konvent nach Paola und beklagte sich beim guten Padre über den Tod des Sohnes. Der gute Padre wies sie an, den toten Sohn in die Kirche des Konvents zu bringen, um ihn dort zu bestatten. Die Begräbnisliturgie nahm ihren Lauf, aber gegen Ende der Aussegnung – die Sonne war kaum untergegangen –, als die Brüder sich beeilten, den Toten ins Grab zu tragen, verbot ihnen der gute Padre dies und gebot ihnen, sich in ihre Zellen zurückzuziehen. Inzwischen war die Nacht hereingebrochen. Als der gute Padre allein zurückgeblieben war, nahm er den Leichnam und trug ihn in seine Zelle, wo Gott ihn auferstehen ließ, während der Nacht, durch die Gebete des guten Padre. Am Morgen kam die Mutter bitterlich weinend, im Glauben, der Sohn sei beigesetzt. Doch der gute Padre sprach zu ihr: „Wenn Du deinen Sohn lebend sehen würdest, würdest du ihm nun die Zustimmung geben, ein Bruder zu werden?“ – „Wollte der Himmel dass es so wäre! Ich bereue, dass ich ihn daran gehindert habe. Wenn er doch noch leben würde!“ Nun gab ihm der gute Padre das Ordenskleid und begleitete ihn in die Kirche. Als ihn die Mutter und die anderen Anwesenden sahen, priesen sie Gott. Von da an brachten sie dem guten Padre entsprechende Achtung entgegen.
(A; 38+39)
   
   
Kinderlose werden erhört

Kinderwunsch ist ein häufiges Anliegen, mit dem Frauen und Paare zu St. Franziskus kommen.

Wenn ich doch ein Kind hätte ...
Eine alte Frau, die keine Kinder hatte, kam zum guten Padre und sagte ihm: „Ich bin sehr traurig, weil ich zwar – Gott sei Dank! – mit Gütern gut gesegnet bin, aber keine Kinder habe, denen ich alles übergeben könnte.“ Der gute Padre antwortete ihr: „Gehe, in Liebe, Gott wird sorgen.“ Und tatsächlich, wenig später, wurde sie schwanger und brachte einen ordentlichen Jungen zur Welt, den sie Franziskus nannte. Das hat mir dieselbe Frau erzählt. Auch viele andere Frauen hatten auf die innigen Gebete des guten Padres hin Kinder bekommen .(A; 25+26)

   
   


Francesco schaut in die Herzen und prophezeiht Ereignisse voraus

Franziskus prophezeiht die islamische Invasion an den östlichen Küsten des Königreiches Neapel; er sieht die Einnahme von Otranto durch die Türken voraus.

"Lieber Andrea, versäume nicht, möglichst bald Getreide für dieses Jahr zu kaufen und auch Vorsorge zu treffen für das kommende Jahr!" sagte er eines Tages zum Schumacher der Gemeinschaft.
"Aber das Getreide trägt in solcher Fülle und kostet fast nichts." - antwortete Antonio Rosetto,
"Seis drum, schenk mir Gehör, und ihr werdet es nicht bereuen." gab der Heilige zurück.
Als er beim Gut von Calvano Plantedi vorbeikam, ermahnte er: "Um der Liebe willen - per carità - , dieses Jahr sät nicht nur eure Felder, sondern auch die Weinberge ein." Im folgenden Jahr gab es eine schlechte Ernte, und es kam eine große Hungersnot.

   
         
Der Orden der Geringsten, der "Minimi", entsteht.
  Der Erzbischof von Cosenza, Mons. Pirro Caracciolo, schenkt schließlich 1470 mit der Urkunde Decet nos die Anerkennung für die Congregazione eremitica di San Francesco d'Assisi und unterstellt sie direkt dem Heiligen Stuhl. Papst Sixtus IV. approbiert den Orden endgültig mit der Konstitution Sedes apostolica. Der Papst ernennt Franziskus zum Generaloberen auf Lebenszeit. Die Kongregation hat nun ihre kirchenrechtliche Anerkennung. Am 23. April 1473 nimmt Ferdinand von Aragonien, König von Neapel, Franziskus und seine Kongregation der Eremiten unter seinen Schutz.
   
Sozialkritik:
Franziskus, der König von Neapel
und die Barone
 
   
   

Im Jahr 1481 wird Franziskus beim König von Neapel verleumdet. Die Soldaten sollen ihn verhaften; er aber empfängt sie mit großer Güte.
Einmal kritisiert Franziskus die grausame Ausbeutung der Landbevölkerung in Kalabrien durch den König von Neapel und die Barone. Als der König ihm Geld geben will, auch, um zu prüfen, wie ernsthaft Franziskus sein Armutsversprechen hält, nimmt dieser eines der Geldstücke, bricht es in zwei Teile, und aus der zerbrochenen Münze tropft menschliches Blut heraus. "Sire, das ist das Blut ihrer Untertanen, das nach Wiedergutmachung vor den Augen Gottes schreit!

   
   

Eine andere Geschichte erzählt:
Ein schwer kranker Baron wurde vor Franziskus geführt, um geheilt zu werden. "Nehmt diesen Stein und tragt ihn zu unserer Baustelle!" forderte ihn der Heilige auf. "Das ist nicht möglich," antwortete der Baron, "dass ich, der so schwach ist, ein schwereres Gewicht trage als irgendein Mensch mit größeren Kräften, sei er noch so robust." - "Das ist wahr; aber es ist ebenso wahr, dass eure armen Vasallen, erschöpft durch eure lange schlechte Herrschaft, nicht die Last derart großer Abgaben tragen können, die ihr ihnen auferlegt. Wenn ihr wirklich wollt, dass der gute Gott euch die verlorene Kraft zurückgibt, dann müsst ihr euch beeilen, euren Abhängigen zurückzugeben, was ihr aus ihnen herausgepresst habt." Der Baron begriff die Lektion und versprach, seinen Untergebenen gegenüber künftig christlich zu handeln. Mit einem Kreuzzeichen machte Franziskus den Stein leichter, so dass der Baron ihn bequem tragen konnte. Der Stein ist noch heute im Santuario in Paola ausgestellt, um von den Gläubigen bestaunt zu werden.

Wehe dem, der regiert, aber schlecht regiert! (Franziskus in einem Brief 1447 an einen Freund)

   

König Ludwig XI von Frankreich ruft Franziskus an seinen Hof


 

Der französische König Ludwig XI. hat durch den napoletanischen Kaufmann Matteo Coppola von Franziskus und seinen Wundern gehört. Ludwig möchte Franziskus gerne an seinem Hof haben, um durch ihn Heilung zu finden. Ludwig bittet den König von Neapel und den Papst, auf Franziskus Einfluss zu nehmen. Beide erkennen die politischen Vorteile einer Reise von Franziskus nach Frankreich. Franziskus geht 1483 an den französischen Hof, nicht ohne zuvor König von Neapel und den Papst zu Beratungen zu treffen.

Nach Neapel geht Franziskus zu Fuß über den Pollino und nimmt unterwegs Abschied von seiner Heimat Kalabrien. In Neapel wird er von Volk und König begeistert empfangen. Mit dem Schiff in Rom angekommen, empfängt ihn mehrmals der Papst, um mit ihm die aktuelle politische Lage zu besprechen.
Schließlich erreicht Franziskus das Schloss von Plessis-lez-Tours mit dem kranken König. Eine körperliche Heilung kann Franziskus dem König nicht bieten, er erleichtert jedoch als Beichtvater das Gewissen des Königs und steht ihm in der Stunde des Todes bei. Er bleibt für die folgenden 25 Jahre am französischen Hof als Berater des jungen Königs Karl VIII.

Inzwischen war König Ludwig XI von Frankreich der Ruf des Heiligen zu Ohren gekommen. Er wollte, dass Franziskus um jeden Preis an den Hof kommen solle, damit er ihn von dem Übel heile, das ihn befallen hatte. Die Schlechtigkeit des Königs war allgemein bekannt.
Doch Franziskus zog vor, nicht zu gehen; nicht so sehr wegen der Schlechtigkeit des Königs, sondern um den armen Leuten nahe zu bleiben; nicht zuletzt wusste er auch mit prophetischer Vorausahnung, dass er für immer sein geliebtes Kalabrien verlassen würde. Es war der 2. Februar 1483. Franziskus folgte nicht dem königlichen Befehl, gehorchte aber dem Papst, der hinter dem Drängen des Königs die Chance für eine Mission sah, das Herz des Königs zum Besseren hin zu bekehren. Schmerzhaft war der Abschied von Kalabrien; aber noch wichtiger war es zu begreifen, dass die notwendige Heilung des Königs eine Heilung der Seele und nicht des Leibes war. Bei seiner Ankunft kniete der König vor ihm nieder und bat um Heilung. Franziskus lud ihn ein, sich zu erheben, auf Gott zu vertrauen und sich mit Gott zu versöhnen. Franziskus teilte dem oft grausam herrschenden König mit, dass er ihn nicht von seiner Krankheit befreien könne, ihn aber auf einen christlichen Tod vorbereiten wolle - ein Angebot, das der König tatsächlich akzeptierte: der König starb in seinen Armen, nachdem Franziskus ihm versprochen hatte, in Frankreich zu bleiben, bis der Thronfolger Karl ein regierungsfähiges Alter erreicht hätte. Am 25. August 1483 hatte der Arzt dem König den nahen Tod vorausgesagt; da gelang es Franziskus zu bewirken, dass der Souverän am Samstag verschied, dem Tag, der Maria, der Jungfrau geweiht ist, welcher der König treu ergeben war.


Der Eremit aus bäuerlichem Umfeld steht nun im Mittelpunkt der europäischen Politik. Man darf annehmen, dass wesentliche Friedensbemühungen Frankreichs in dieser Zeit auf die Begleitung des jungen Königs durch Franziskus zurückgehen. Nicht in allen Konflikten kann Franziskus mäßigend einwirken: Frankreich zieht dennoch gegen das Königreich Neapel in den Krieg, um die alten Ansprüche der Anjou auf das Königreich Neapel zu bekräftigen.Der Feldzug endet mit einer emfindlichen Niederlage der Franzosen.
Im Verhältnis zwischen Frankreich und dem Herzogtum der Bretagne gelingt es ihm aber, durch eine Heiratsvermittlung die Wogen zu glätten. Bei all dem bleibt Franziskus in einer Grotte im königlichen Park wohnen und zieht selbst das Gemüse für seine Fastenspeisen. Seine einfache Lebensweise wird zum Impuls für eine Reform der Kirche in Frankreich. Die entstehende kösterliche Gemeinschaft in Plessis-lez-Tours zieht Kreise und wächst ständig. Verschiedene Mönche anderer Ordensgemeinschaften schließen sich dem strengen Orden an.

   

Der Orden breitet sich in Europa aus. Auch im deutschen Sprachraum
entstehen Konvente.

 

Franziskus bleibt in Frankreich, auch während der Regierungszeit von Anna und Karl VIII; in dieser Phase breitet sich der Orden weiter in Frankreich aus. Die Brüder werden nach Böhmen und ins heutige Oberösterreich (Oberthalheim, Pfarre Timelkam) gerufen.. Nach der Thronbesteigung von Ludwig XII (1498) möchte Franziskus gerne in sein Kalabrien zurückkehren, weil er die Stunde seines Todes nahen fühlt. Der König stimmt zunächst zu, will dann aber aus Zuneigung zu dem nunmehr achtzigjährigen Bruder Franziskus diesen nun doch weiter am Hof haben, weil er ohne ihn nichts tun zu können glaubt.

   
Zwischen 1498 und 1506 wird die vierte Regel verfasst.  

1493 ändert sich der Name der Brüderschaft in Ordine dei Minimi poveri eremiti, schließlich wird der Orden 1501 Orden der Minimi des Bruders Franziskus von Paola genannt. Neben den bestehenden sogenannten evangelischen Räten Armut, Keuschheit und Gehorsam benennt Franziskus als viertes Versprechen seiner Brüder die vita quaresimale, ein Leben, das täglich und andauernd umkehrt zu Gott durch Fasten, Buße, Gebet und Nächstenliebe. Um die Hinwendung zu Gott nicht zu behindern, enthält die Regel den absoluten Verzicht auf Fleisch und alle tierischen Produkte. Eine solch rigide Regel hatte Schwierigkeiten, approbiert zu werden, aber Papst Julius II. bestätigte am 28. Juli 1506 schließlich die Gültigkeit.

   
Francesco's Tod, seine Heiligsprechung  

Für seine Zeit lebt Franziskus ungewöhnlich lange. In dem für Franziskus von Ludwigs Sohn Karl VIII. erbauten Kloster Plessis-les-Tours/Frankreich stirbt Franziskus nach einem Leben strengster Askese mit 91 Jahren am Karfreitag 2. April des Jahres 1507.

Am Palmsonntag 28. März 1507 bekam Franziskus ein hartnäckiges Fieber, das sich während der Karwoche verschlimmerte. Das konnte ihn aber nicht daran hindern, sich am Gründonnerstag in die Kirche zu begeben, um die Messe vom letzten Abendmahl mitzufeiern und unter Tränen die Kommunion zu empfangen. Er zog sich in seine Kammer zurück, wo er am Freitagmorgen alle Brüder des Konvents zusammenrief, wie er es immer am Abend vor den Festtagen zu tun pflegte. Er ermahnte sie, dass sie die Regel beachten sollten, dass sie wechselseitige Liebe/Caritas erweisen und das Versprechen halten, ein Leben in dauernder Umkehr zu führen (vita quaresimale). Während er noch sprach, brach die Stütze des glühenden Kohlenbeckens und fing Feuer. Während alle hierhin und dorthin eilten, um einen Brand zu verhindern, nahm Franziskus das Kohlebecken zwischen die Hände und sagte: "Wie ich das glühende Kohlenbecken in meinen Händen halten kann, ohne mich zu verbrennen, so könnt ihr das halten, was ich euch in der Regel vorschlage - wenn ihr Gott wirklich liebt." Dann ließ er die Johannespassion vorlesen, benannte seinen Nachfolger, besprengte sich mit Weihwasser, immer wieder auf Christus am Kreuz schauend. Kurz vor dem Ableben betete er:
"O Herr Jesus Christus, guter Hirt unserer Seelen, bewahre die Gerechten, bekehre die Sünder, bringe die Seelen der Verstorbenen in den Himmel und sei mir übelstem Sünder günstig!" Dann verschied er gegen 10 Uhr morgens.
(B 223-228)

Man bestattet seinen Leichnam in der Konventkirche zu Tours, wo er bis 1562 sehr verehrt wird. Im Zuge der religiösen Auseinandersetzungen der Hugenottenkriege im 16. Jahrhundert wird sein noch intakter Körper verbrannt, vielleicht auch deshalb, weil die Brüder von Franziskus bei der Verteidigung des Katholizimus in vordester Front stehen. Wenige Gebeine werden gerettet und befinden sich teils in Paola (seit 1935), teils in Notre Dame di La Riche.
Im Jahr 1513 wird er selig- und am 1. Mai 1519 von Papst Leo X. heiliggesprochen.
Am 27. März 1943 erklärt ihn Papst Pius XII zum himmlischen Patron der Seeleute. Am 2. Juni 1962 ernennt ihn Papst Johannes XXIII zum besonderen Schutzpatron von Kalabrien. Franziskus von Paola ist auch Patron der Einsiedler, in Leiden, für Nachkommen und gegen die Pest.

   


Der Orden heute

 

 


Der Orden besteht heute aus dem ersten Orden, das sind die Brüder. Der zweite Orden sind die Schwestern in Klausur, und der dritte Orden ist der Zweig der Laien. Alle respektieren die Regel von Franziskus von Paola. Der Zweig der Laien ist deshalb von besonderer Bedeutung, weil Franziskus selbst Laie war und dem täglichen Leben der einfachen Leute besonders nahe. Um die Bedeutung des Namens "Minimi" zu verstehen, muss man wissen, dass sich Franziskus von Assisi und seine Brüder als Fratri minori, als "geringere Brüder" oder "mindere Brüder" bezeichnet haben. Franziskus von Paola steigert diese Demut zum Superlativ, indem der neue Orden "Fratri minimi", also "geringste, mindeste Brüder" genannt wird. Der erste Orden der Mindesten Brüder (Minimi, Paulaner) hat heute Niederlassungen in Italien, Spanien, Tschechien, USA, Mexiko, Brasilien, Kolumbien und Indien. Der zweite Orden (weiblicher Zweig) hat seinen Schwerpunkt in Spanien mit 9 Konventen, drei Konvente sind in Italien und einer auf den Philippinen.

   


Die Spiritualität des Francesco di Paola

Wie lässt sich die spirituelle Herausforderung des Franziskus von Paola heute leben?

 

CHARITAS

In allem, was Franziskus tat, hatte er immer das Wort Charitas auf seinen Lippen. So sagte er: Tun wir das, um der Liebe willen; gehen wir, um der Liebe willen (per carità).

Was Franziskus mit Charitas meint, lässt sich so beschreiben:
1. Es ist Gott, der zuerst liebt.
2. Dem entspricht die menschliche Haltung der Demut: Der Demut des Verstandes, der Demut des Herzens und der Demut des Lebens
3. Daraus entspringt die Liebe zu den Schwestern und Brüdern mit tätigem Einsatz

So deuten Paulaner (Fratri Minimi) heute ihre christliche Existenz:

Nehme dich als Geschenk Gottes an! Nehme deine eigene Zerbrechlichkeit wahr, habe keine Angst, deine Schwächen zu erkennen. Akzeptiere, dass du Vervollkommnung nötig hast. Sei bereit zu lernen, dich selbst zu erkennen, dann kannst du anderen Menschen, der Natur und Gott positiv begegnen.

Lebe dein Menschsein zusammen mit anderen. Ohne die Konfrontation mit einem DU kannst du nicht wahrhaft Mensch sein. Im Zugehen auf die andern entdeckst du die Möglichkeit, Gemeinschaft der Kinder Gottes zu bauen.

In der Beziehung zu Gott findest du die grundlegende und bevorzugte Beziehung, die deinem Leben Sinn gibt. Gott ist für dich nicht fern und unzugänglich, sondern Gott ist der Gott mit uns, der Gott, der Mensch wurde und Weggefährte.

Stelle dich nicht außerhalb des sozialen Beziehungsgefüges, sei nicht einfach Zuschauer der menschlichen Geschehnisse. Dein Verhältnis zur Welt soll nicht in Ablehnung oder Flucht bestehen, sondern im Zuhören, im Wandel und im Dialog. Stehe in der Welt, auch wenn du nicht von der Welt bist, damit du der Welt helfen kannst, den Sinn der Geschichte zu erkennen und ihn zu verwirklichen.

(Nach einem Entwurf italienischer Paulaner-Novizen)

   

Die Gemeinschaft des Franziskus von Paola in Deutschland
 
In Bayern treffen die Paulanermönche im Jahr 1627 ein. Einige der Ordensbrüder ziehen in das Münchner Kloster Neudeck ob der Au. Ihre Haupteinnahmequelle ist u.a. das Bierbrauen, mit dem sie spätestens 1634 beginnen. Um 1660 ist in München ein Kloster mit Braurecht bestätigt; es entsteht das Paulanerbier. Im Jahr 1751 erlaubt ein kurfürstliches Mandat ausdrücklich den öffentlichen Bierausschank am Festtag des Ordensgründers, des heiligen Franziskus von Paola.
   
    Links zu Franziskus von Paola    

 


Quellen in italienischer Sprache, die obigen Übersetzungen zugrunde liegen:

Die Quelle ist am Ende eines Abschnitts angegeben.

A
Vita di San Francesco di Paola, volkstümliche Schrift, verfasst 1502 in lat. Sprache von einem anonymen Schüler des Heiligen, der als P. Lorenzo Clavense erkannt wurde.

B
S. Francesco di Paola - vita illustrata
verfasst von P. Antonio Castiglione,
Paola 1989
mit Rückgriff auf die Heiligsprechungsakten und weitere Literatur

C
San Francesco di Paola
La vita e la spiritualità

( Supplemento a Charitas. Giornale di San Francesco di Paola - N° 2 Marzo-Agosto 2005
)
Hrg. vom Generalat des Ordens der Minimi, Rom

D
Giuseppe Fiorini Morosini:
San Francesco di Paola - vita, personalità, opera.
Roma 2006.

   
     
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   

 

 

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